Herne bleibt eine fahrradfreundliche Stadt

Thomas Semmelmann (2.v.li.) und Gerd Klar (3.v.li.) haben auch schon im vergangenen Jahr bei der Aktion „Mit dem Rad zu Arbeit“ mitgemacht.
Thomas Semmelmann (2.v.li.) und Gerd Klar (3.v.li.) haben auch schon im vergangenen Jahr bei der Aktion „Mit dem Rad zu Arbeit“ mitgemacht.
Foto: WAZ FotoPool
Es gibt weniger Unfälle mit Radfahrern. Viele Straßen haben einen breiten Radweg. Die Nutzung von stillgelegten Bahntrassen als Radweg soll geprüft werden.

Herne..  Die Stadt Herne ist weiter Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW (AGFS). Anfang der Woche hat die Arbeitsgemeinschaft die Mitgliedschaft der Stadt um weitere sieben Jahre verlängert. „Das war allerdings kein Selbstläufer“, sagt Umweltdezernent Karlheinz Friedrichs. Seit 2007 ist die Stadt dabei. Alle sieben Jahre müssen die aktuell 72 Mitglieder Fortschritte und Ideen bei der Fahrradfreundlichkeit vorweisen. Erst dann kann die Mitgliedschaft verlängert werden.

Bahnhofstraße bekam breiten Radstreifen

Und in Herne hat sich in den vergangenen Jahren für Fußgänger und Radfahrer einiges getan. Ein Beispiel-Projekt: Die Bahnhofstraße. Die vierspurige Straße wurde innerhalb von drei Jahren auf zwei Spuren verkleinert und mit zwei breiten und mittlerweile gut genutzten Fahrradstreifen ausgestattet. 90 000 Euro hat der Ausbau damals gekostet.

Außerdem neu sind die zehn Radstationen von Metropolrad sowie Fahrradständer am Südpool, in der Fußgängerzone und am Rathaus. „Wir planen die Angebote und müssen dann hoffen, dass die Radfahrer das annehmen“, sagt Josef Becker vom Fachbereich Tiefbau und Verkehr. Das funktioniere allerdings grundsätzlich recht gut.

Breites und sicheres Fahrradnetz

Herne gilt heute als sichere Stadt für Fußgänger und Radfahrer. Im Jahr 2013 ereigneten sich hier im Vergleich zum Vorjahr 24 Prozent weniger Unfälle mit Radfahrern. Das macht den Umweltdezernenten stolz: „Endlich sind wir mal in einer Statistik ganz weit vorne!“ Ziel sei es, die Stadt auf Dauer attraktiver für Radfahrer zu machen. „Wir wollen ein breites und sicheres Fahrradnetz anbieten“, sagt Josef Becker.

Das soll auch über die Stadtgrenze hinaus bekannt werden. Man wolle außerdem nicht nur die vielen Freizeitradler unterstützen. Vielmehr gehe es auch darum, mehr Pendler zum Radfahren zu bewegen, sagt Josef Becker. „Die Nahmobilität soll gefördert werden.“ Auch deshalb macht die Stadt regelmäßig bei Projekten wie „Mit dem Rad zur Arbeit“ mit.

Nutzung von alten Gleistrassen

Die Mitgliedschaft im AGFS kostet die Stadt monatlich 2500 Euro. Dafür gibt es in regelmäßigen Abständen Broschüren. „Wir bekommen viel vom AGFS wieder“, sagt Thomas Semmelmann. Der Koordinator für Radverkehrsangelegenheiten hat bereits Pläne für die Zukunft. Schließlich möchte die Stadt auch in den kommenden Jahren Mitglied im AGFS bleiben.

So soll eine Radfahrkarte für die Stadt erstellt werden. In den kommenden Jahren sollen außerdem alle vorhandenen, nicht mehr genutzten Gleistrassen gesichtet werden. „Wir prüfen, ob sie als Radwege infrage kommen“, sagt Josef Becker. Der Ausbau der alten Bahnstrecke bei Friedrich der Große sei beschlossene Sache. Die Strecke geht von Horsthausen bis zum Herner Bahnhof. „Es hat bei einer Unterführung noch Probleme wegen des Naturschutzes und der Beleuchtung gegeben“, sagt Josef Becker. „Das ist nun aber geklärt.“

 
 

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