Herne bekommt eine „neue Mitte“

Foto: Winfried Labus / WAZ FotoPool

Herne. Mit dem Prinzip der „Stadterneuerung“ hat Herne gute Erfahrung gemacht: Sowohl Bickern/Unser Fritz als auch Wanne-Mitte bekommen seit Jahren einen frischen Anstrich. Nun ist Herne-Mitte dran – die erweiterte Innenstadt wird in den kommenden Jahren runderneuert.

Das Gebiet zwischen Köln-Mindener Eisenbahnlinie und Hölkeskampring hat viele Probleme. Hohe Arbeitslosenquote, viele Wohnungsleerstände und Brachflächen. Aber auch Potenzial: Hochwertige Architektur, gute Verkehrsanbindung, kurze Wege. Was genau in Herne-Mitte passieren wird, ist noch nicht klar. Fest stehen nur die Eckpunkte. Fassaden und Höfe sollen hübsch angestrichen und die City attraktiver werden. Der Neumarkt, so schwebt es der Stadtverwaltung vor, wird umgestaltet, der bisherige Parkplatz soll wieder Teil der Innenstadt werden. Auch der Gutenbergplatz wird aufgewertet. Heike Lindemann vom Fachbereich Stadtplanung: „Wir möchten den Platzcharakter stärken.“ Und einige Brachflächen werden reaktiviert. Der „Alte Wartesaal“ im Bahnhof könnte Kultur beherbergen, ähnlich wie während des Kulturhauptstadtjahres. Für die Herner Herdfabrik und den Güterbahnhof sucht die Verwaltung nach neuen Nutzungsmöglichkeiten.

Zurzeit läuft das Beteiligungsverfahren. Bis nächste Woche können Bürger ihre Meinung kundtun, die Anregungen fließen in den Planungsprozess ein. Im Oktober soll der Rat einen entsprechenden Beschluss fassen. Noch in diesem Jahr will die Stadt Fördermittel aus dem Stadterneuerungsprogramm NRW beantragen. Der künftige Planungsdezernent Karl-Heinz Friedrichs, ab August im Amt, appelliert: „Eine Stadt wie Herne kann nicht ohne Stadterneuerung sein.“ Die Fördermittel wird es nicht vor 2013 geben, frühestens dann könnte der Umbau also beginnen. Der „Umsetzungszeitraum“ beträgt laut Lindemann acht bis zehn Jahre.

15 Mio Euro wird das alles kosten. Noch sind viele Fragen offen: Welche Rolle spielt das Archäologiemuseum in Hernes „neuer Mitte“? Was wird aus dem Grünstreifen am Hölkeskampring, der ebenfalls modernisiert werden soll? Was passiert mit den Parkplätzen, wenn etwa der Neumarkt ein frisches Gesicht bekommt? Auch das Projektgebiet scheint einigen Bürgern zu klein. Sie kritisieren, dass Baukau nicht eingeschlossen ist – dieser Stadtteil gerate aus dem Blick.

Das Entwicklungskonzept wird nun mit Anwohnern und der Wirtschaft abgestimmt.

 
 

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