Heringsessen in der Künstlerzeche

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv

Eingelegte Heringe in runden Plastik-Eimerchen und Pellkartoffeln, so weit das Auge reicht: Am Aschermittwoch kamen in der Künstlerzeche Unser Fritz gut 1000 Fische auf den Tisch. Das traditionelle Heringsessen zu Beginn der Fastenzeit wird jedes Jahr vom Förderverein Unser Fritz veranstaltet, vom Fischhandel Bade unterstützt und durch Besucherspenden finanziert.

Ob Künstler, Nachbar oder Fischliebhaber – jeder ist eingeladen, am großen Essen teilzunehmen. „Der Fisch ist es immer lecker, und man trifft alte Bekannte wieder“, erzählt Ursula Richter, deren ganze Familie mit vier Generationen dabei war. Auch Vertreter aus Politik und Verwaltung ließen sich die Veranstaltung nicht entgehen. Insgesamt kamen rund 400 hungrige Gäste.

„Wir machen das vor allem als Dankeschön für die Nachbarn der Zeche, ihre Einfahrten werden bei Großveranstaltungen in der Zeche oft zugeparkt“, erklärt Jens Blome, Vorsitzender des Fördervereins. Außerdem biete das gemeinsame Essen die Möglichkeit, die Hemmschwellen von Bürgern zur Kunst abzubauen und ins Gespräch mit den Künstlern zu kommen.

Treffen zunächst im Atelier

Einer von ihnen ist der Künstler Helmut Bettenhausen, der u.a. die Windmühle der Cranger Kirmes entworfen hat. Er war 1964 Pionier in der Künstlerzeche. Mittwochabend stand er neben elf Helfern des Vereins hinter der Theke und bediente die Gäste. Das Heringsessen habe zunächst mit einer Hand voll Leute in seinem Atelier stattgefunden, erinnert er sich. Dann sei man auf die Schwarzkaue umgestiegen, um genügend Platz für die vielen Gäste zu haben. „Das Heringsessen ist zum Selbstläufer geworden, mittlerweile kommen viel mehr Leute“, bestätigt Fördervereinsmitglied Bernd Ulrich Keller: „Es ist einfach ein netter Anlass, um die Location und die Nachbarschaft kennenzulernen“.

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