HCR nimmt Herner mit Elektrorollstuhl nicht mit

Wir müssen draußen bleiben: Elektromobile mit Nummernschild dürfen bei der HCR nicht über die Rampe in den Bus.
Wir müssen draußen bleiben: Elektromobile mit Nummernschild dürfen bei der HCR nicht über die Rampe in den Bus.
Foto: WAZ FotoPool
Richard Slotta aus Herne wurde nicht in die Linie 362 gelassen. Zu Recht, sagt die HCR: Elektromobile mit Kennzeichen haben in Bussen nichts verloren.

Herne.. Über einen Vorfall in einem Bus der HCR hat sich WAZ-Leser Richard Slotta geärgert. „Ich war mit meinem elektrischen Rollstuhl unterwegs und wollte mit der Linie 362 fahren. Der Busfahrer weigerte sich jedoch, mich mitzunehmen und sagte, dass er das nicht dürfe“, erzählt Slotta, der seine Fahrt dann eigenständig fortsetzte. Der 61-jährige war mit einem Elektromobil unterwegs, das mit einem Kfz-Kennzeichen ausgestattet ist. „Gibt es bei der HCR jetzt neue Regelungen?“, wundert sich Slotta und sagt, dass er seit Jahren mit diesem Rollstuhl Bus fährt.

Neu sind die Regelungen nicht. Aber: „Unsere Mitarbeiter sind angewiesen, Fahrzeuge, die mit einem Kfz-Kennzeichen ausgestattet sind und damit im Straßenverkehr zulässig sind, aus Sicherheitsgründen nicht zu befördern“, erklärt HCR-Sprecher Dirk Rogalla auf WAZ-Anfrage. Die HCR sei für die Sicherheit in ihren Fahrzeugen verantwortlich – und daher nicht nur auf die Sicherheit des Rollstuhlfahrers mit Kfz-Kennzeichen, sondern auch auf die der übrigen Fahrgäste bedacht.

Aus Unternehmenssicht nicht erwünscht

„Ein Umkippen eines solchen Elektromobils etwa wäre nicht im Sinne der Fahrgäste“, erläutert Rogalla. Zwar sei es durchaus möglich, dass in der Vergangenheit der ein oder andere Fahrer Elektromobile befördert habe, wenn er etwa das Nummernschild nicht gesehen habe, aber aus Unternehmenssicht sei dies nicht gewünscht.

Zudem seien Elektromobile in ihren Abmessungen deutlich größer und blockierten daher auf den ohnehin schon kleinen Sondernutzungsflächen den Platz für andere Rollstühle oder Kinderwagen. Auch wenn es in Zeiten des demografischen Wandels und des zunehmenden Auftretens von Mobilitätshilfen viele Diskussionen um das Thema gebe: „Unser Busfahrer hat absolut richtig gehandelt“ sagt Rogalla.

 
 

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