Haus Wiesmann weicht einem Wohn- und Geschäftshaus

So wird der Neubau am traditionsreichen Standort aussehen.
So wird der Neubau am traditionsreichen Standort aussehen.
Foto: Stephan Glagla
Die HGW plant nach dem Abriss von „Haus Wiesmann“ einen Neubau mit 14 generationengerechten Wohnungen. Investitionssumme: etwa 4,5 Millionen Euro.

Herne..  Das Ende der Institution „Haus Wiesmann“ in Sodingen rückt näher, die Zukunft nimmt langsam Gestalt an. Gestern stellte die Herner Gesellschaft für Wohnungsbau (HGW), die die Immobilie Anfang 2014 gekauft hatte, die Pläne für eine Neubebauung vor.

Wenn der Abriss, der im Sommer dieses Jahres beginnen wird, abgeschlossen ist, soll an der Ecke Mont-Cenis-Straße/Kantstraße ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Der Bauantrag ist gestellt. Die Gesamtinvestition wird bei rund 4,5 Millionen Euro liegen.

Geplant sind 14 Wohnungen (2,5 und 3,5 Räume) mit Größen zwischen 60 und 90 Quadratmetern. Diese seien selbstverständlich generationengerecht, so HGW-Prokurist Paul-Gerhard Schmitt. Das heißt konkret: Sie sind mit dem Aufzug zu erreichen und sind barrierefrei. Die HGW wird im neuesten Energiesparstandard bauen, das Gebäude soll CO2-frei sein. So werde eine Photovoltaikanlage auf dem Dach den Strom für eine Wärmepumpe liefern. Dieser Standard ist ab dem Jahr 2020 für alle Neubauten Pflicht, „wir machen uns jetzt schon auf den Weg“, so Schmitt. Die Vermarktung der Wohnungen scheint offenbar keine Probleme zu bereiten, bereits jetzt gebe es eine Interessentenliste, berichtet HGW-Portfoliomanagerin Nadine Zwickhofer. Der Preis pro Quadratmeter liegt bei acht Euro. Die Wohnungen sollen 2016 bezugsfertig sein.

Mit dem Neubau verbunden ist auch eine Neugestaltung des Platzes vor dem Haus, zudem wird die Kantstraße - die an dieser Stelle einen Knick hat - begradigt. Darüber hinaus entstehen Kurzzeitparkplätze, auch eine Solartankstelle spielt in den Plänen eine Rolle. Schmitt sieht in dem Neubau einen Beitrag zur Quartiersentwicklung und hofft eine Art Sogwirkung.

Einen Beitrag zur Quartiersentwicklung wird auch die Bäckerei Brinker leisten. Sie zieht mit einem sogenannten Bäckerei-Café ins Erdgeschoss. Firmenchef Karl Brinker ist überzeugt vom Standort Sodingen. Dies sei ein interessanter Stadtteil, zudem liege die neue Filiale sehr nahe an der Produktionsstätte auf Friedrich der Große. Deshalb sei die Investition sinnvoll. Brinker schätzt, dass acht bis zehn neue Arbeitsplätze in der Filiale entstehen könnten.

Mit dem Bäckerei-Café ist das Erdgeschoss allerdings noch nicht ausgebucht. Es sei noch Platz für weitere Gewerbetreibende oder auch Artzpraxen oder Rechtsanwaltskanzleien. Insgesamt stehen nach Angaben der HGW noch 140 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung.

Trotz der Neubaupläne vergisst die HGW die Tradition des „Haus Wiesmann“ nicht. So denke man über einen Termin nach, an dem die Sodinger Abschied von der früheren Institution nehmen können. Außerdem gebe es im Gebäude ein historisches Taufbecken. Dies könne man ausbauen und eventuell in den Neubau integrieren.

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