Händler in Elpeshof können auf treue Kunden zählen

Matthias Kortmann, links, verkauft in Herne Eier an Ulrike Lange.
Matthias Kortmann, links, verkauft in Herne Eier an Ulrike Lange.
Foto: FUNKE Foto Services
Jeden Donnerstag ist hier Markt. Ein Discounter und ein paar Geschäfte versorgen darüber hinaus den Stadtteil mit dem Nötigsten.

Herne..  Rummel ist ein Wort, das in der Siedlung Elpeshof nicht hingehört. Es geht beschaulich zu, ohne Hektik, ohne großes Treiben – jedenfalls wenn es ums Einkaufen geht. Immer donnerstags versammeln sich die Händler auf dem Hof vor dem „Netto“-Discounter. Man kennt sich, natürlich, sind die meisten doch Stammkunden – und das seit vielen Jahrzehnten. Seit 16 Jahren steht auch der Stand von Matthias Kortmann in der ehemaligen Zechensiedlung aus den 1950er-Jahren.

Pflaumen noch zu Omas Zeiten

Zu dieser Zeit war der 41 Jahre alte Händler zwar noch nicht geboren, dafür aber standen bereits der Vater sowie die Großmutter mit dem Verkaufsstand an gleicher Stelle. „Zu Omas Zeiten hatten wir auch noch Pflaumen, Salat – alles, was man eben ernten und verkaufen konnte“, sagt Kortmann mit Blick auf die Auswahl an Eiern und frischem Geflügel. Sein Angebot, appetitlich ausgestellt im Wagen, das kann sich trotzdem noch immer sehen lassen. „Die Qualität hier stimmt einfach – und auch wenn es etwas teuerer ist: Das frische Geflügel gönne ich mir gerne hin und wieder“, so Kundin Christina Scherr (31), und eine 81-Jährige Kundin stimmt nickend ein.

Gleicher Meinung ist selbstverständlich auch Guido Sabel vom Fleischerfachgeschäft. Seit zwölf Jahren ist er mit seinem Wagen auf Märkten unterwegs, ebenfalls in dritter Generation. „Wir betreuen nur Wochenmärkte“, betont Sabel mit Blick auf seine frische Ware. Und stets auf dem Programm steht donnerstags selbstverständlich der Elpeshof. Blusen, Hemdchen und Hosen verkauft Händler Hussein Aftab, doch er beobachtet immer wieder: „Klamotten gehen hier leider nicht so gut.“ Schade eigentlich. Dafür schlendert Doris Santopski heute über den Markt, eine Frau, die wohl fast jeder kennt. „23 Jahre lang führte sie die Kneipe „Elpeshof“. Heute steht der Stelle das „Café Istanbul.“ Und auch wenn sie den Laden vor sechs Jahren schließen musste: „Natürlich gehe ich noch immer hier einkaufen“, so das Urgestein aus Horsthausen.

Gegenüber die Einkaufszeile

Eine kleine Einkaufszeile direkt gegenüber dem Marktplatz steht täglich für jene bereit, die sich der Schönheit widmen möchten. Bester Laune wird der Kunde im Kosmetikstudio Maria von der Griechin Maria Papadopoulou empfangen. Die 36-Jährige betont: „Ich habe fast nur Stammkunden.“ Vor fünf Jahren arbeitete sie noch als Angestellte bei im Kosmetikstudio „Zweiböhmer“, im vergangenen Jahr übernahm sie das Geschäft. „Die Kunden sind sehr zufrieden“, sagt sie lachend und ihre Kundin Bärbel Buttler nickt. Annegret Oeltijen betont: „Mein Mann und ich kommen regelmäßig zur Fußpflege zu Maria.“ Ob sie aus der Siedlung kommen? „Nein, aber wir haben einen Garten in Horsthausen und das Studio liegt eben auf dem Weg.“ Gleichwohl sei erwähnt: In den kommenden zwei Wochen wird die hübsche Griechin auf der Insel Thassos verweilen. „Ich komme erst am 28. Juli wieder.“ Auf eine Tasse Kaffee mit Kuchen kann derweil im Café Sponheuer gewartete werden, stehen doch direkt nebenan zwei kleine Tischchen und vier Stühle für Gäste bereit. Eine Tasse Kaffee können die Gäste hier sicherlich in Ruhe genießen.

Ein Fischhändler, zwei Wurst- und Fleischhändler sowie ein Geflügel- und ein Kartoffelhändler gehören zu den Anbietern am Elpeshof, die noch donnerstags für die Kundschaft bereit stehen. Hin und wieder gesellen sich weitere Stände hinzu, wie etwa Textilhändler und Taschenverkäufer.

In der kleinen Ladenzeile gegenüber dem Markt gibt es wochentags folgende Angebote: eine Kosmetikerin, ein Bäcker, ein Friseur sowie Büroräume.

Elpeshof ist wohl der kleinste Wochenmarkt im Stadtgebiet, noch vor Wanne-Süd. Weitere Wochenmärkte gibt es noch in Herne-Mitte,in Sodingen, am Eickeler Markt, in Wanne-Nord, in Röhlinghausen und am Buschmannshof.


Die Zahl der Händler hat nach Auskunft der städtischen Wochenmarktaufsicht in den vergangenen Jahren abgenommen. Gleichwohl haben alle Händler treue Stammkunden.

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