Grüne und Linke fordern für Herne neues Flüchtlingskonzept

Gerd Müller (rechts) – hier beim Deutschunterricht – ist ehrenamtlicher Mitarbeiter in der Sammelunterkunft für Flüchtlinge am Zechenring.
Gerd Müller (rechts) – hier beim Deutschunterricht – ist ehrenamtlicher Mitarbeiter in der Sammelunterkunft für Flüchtlinge am Zechenring.
Foto: FUNKE Foto Services
Grüne und Linke fordern die Überarbeitung des Herner Flüchtlingskonzepts. Die Parteien wünschen sich unter anderem eine neue Koordinierungstelle.

Herne..  Die Grünen und die Linke fordern eine Überarbeitung des städtischen Betreuungskonzepts für Flüchtlinge. Das bisherige Konzept aus dem Jahr 2007 entspreche nicht mehr den Anforderungen, so die Ratsfraktionen der beiden Parteien in einem gemeinsamen Antrag für die nächste Ratssitzung am Dienstag, 19. Mai.

Drei Eckpunkte schlagen die Grünen und die Linkspartei vor:
– Einrichtung einer Stelle bei den Sozialverbänden zur Koordination und Schulung von ehrenamtlich Tätigen in der Flüchtlingsarbeit.
– Möglichkeit des Umzugs aus Sammelunterkünften in Wohnungen ohne Mindestverweilzeit in Sammelunterkünften.
– Sicherstellung der Verfahrensberatung für Flüchtlinge.

Wie berichtet, hat die Stadt erst jüngst eine neue Stelle zur Koordinierung ehrenamtlicher Flüchtlingsarbeit geschaffen. Die Ansiedlung der Stelle in der Verwaltung stieß bereits im „Willkommensbündnis für Flüchtlinge“ auf Kritik.

Grüne und Linke wollen zudem vom Rat festschreiben lassen, dass in Sammelunterkünften künftig ein bis zwei Räume für städtische und ehrenamtliche Betreuungsangebote vorzuhalten sind. Hintergrund: Das Sozialdezernat hatte Anfang 2015 aufgrund der steigenden Asylbewerberzahlen am Zechenring einen Container mit Flüchtlingen belegt, der bis dahin Ehrenamtlern für Spielangebote und die Hausaufgabenbetreuung zur Verfügung stand. Dadurch sei das Angebot für Flüchtlingskinder stark beeinträchtigt und zum Teil sogar eingestellt worden, kritisierten der ehrenamtliche Flüchtlingsbetreuer Gerd Müller sowie die Grünen-Ratsfraktion. Das Sozialdezernat habe zugesagt, dass die Räume ab Februar wieder für die Ehrenamtler zur Verfügung stehen. Das ist aber bis heute nicht der Fall.

Inzwischen zeichnet sich eine Lösung ab. Das Gebäudemanagement (GMH) teilte der Politik mit, dass am Zechenring ein neuer Container aufgestellt werde, der nur für Spiel- und Betreuungsangebote zur Verfügung stehen solle. Möglichst noch vor den Sommerferien soll der Container stehen, so GMH-Chef Thomas Bruns.

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