Großvater gesteht Kindesmissbrauch

Redaktion
Foto: ddp

Bochum/Herne. Seit Donnerstag beschäftigt ein hässlicher Missbrauchsfall das Bochumer Landgericht: Ein Großvater soll seine Enkelinnen missbraucht haben.

Das Drama begann vor zwölf Jahren. Damals verging sich ein Rentner in seiner Sodinger Wohnung zum ersten Mal an einer seiner zwei Enkeltöchter. Es folgten fünf weitere Übergriffe. Der Senior wurde zudringlicher, begrapschte 2010 auch seine andere Enkelin.

73 Jahre alt, Wohlstandsbauch, schüttere Haare, samtweiche Stimme: Der Senior legte im Prozess ein umfassendes Geständnis ab. Die Taten sind dem Herner aber offenbar so unangenehm, dass er das Reden zu weiten Teilen seinem Verteidiger überließ. „Die Anklage stimmt in allen Punkten“, stellte der Anwalt klar.

Die erste Tat geschah 1999: Während die Eltern im Sommerurlaub waren, hatte der Angeklagte auf seine elfjährige Enkelin (heute 23 Jahre) aufgepasst. Abends legten sich der Großvater und die Schülerin ins Ehebett, dann kam es zum Übergriff. Die anderen Vorfälle passierten in Bochum. Am Rande von Treffen, bei denen der Opa seine zweite Enkelin nach der Schule zu Hause erwartete, verging sich der Großvater auch an der damals 15-Jährigen.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft kamen Ende 2010 ins Rollen. Damals hatte eine der Enkeltöchter ihr Schweigen doch noch gebrochen und war zur Polizei gegangen. Seit die Vorfälle bekannt wurden, ist der Kontakt zwischen Opfern und Täter abgerissen. Urteil: am 30. Mai.