„Glück auf“, die Bergleute kommen

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„Einigkeit ist unsere Stärke“ - diese Worte stehen auf der Fahne des Bergknappenvereins 1867 Dortmund. Sie beschreiben den Zusammenhalt der Bergleute, der bis heute sichtbar ist. Am Sonntag präsentierten sich rund 600 Kameraden des Landesverbands für Berg- und Knappenvereine NRW in einer Parade durch Wanne, um das fünfzigjährige Bestehen des Zusammenschlusses zu feiern. „Glück auf“ klang es aus allen Mündern.

„Wir möchten die bergmännische Tradition zu Ehren der Heiligen Barbara pflegen“, erklärt Rolf-Peter Gutsche aus Hamm. Die „liebe Heilige Barbara“ habe seine Kollegen und ihn stets wohl beschützt.

Auch für die Mitglieder des Freundeskreis Nordstern auf Gelsenkirchen hat die Traditionspflege oberste Priorität. „Wir möchten die Erinnerung an den Bergbau an die nächsten Generationen weitergeben“, sagt Ernst-Peter Bechtloff, 36 Jahre lang Elektriker auf Nordstern. Um Vergangenheit und Gegenwart miteinander zu verbinden, tragen seine Kollegen und er moderne, weiße Anzüge, Schutzhelme, Häckel und Grubenlampen.

Sie fallen damit auf. Ein Großteil der weiteren Bergleute präsentiert sich in schwarzer Festtagskleidung mitsamt Abzeichen und federner Kopfbedeckung.

Dass dieser Dress nicht nur älteren Herren kleidet, beweisen die anwesenden Knappendamen. Gisela Domke, ganz in schwarz gekleidet: „Ich bin Mitglied im Knappenverein, weil mir die Gemeinschaft so gut gefällt.“

Selbst der Nachwuchs lässt es sich nicht nehmen mitzumarschieren. Einer der Jüngsten: der sechsjährige Noah. Er habe schon immer aussehen wollen wie seine Opas, „heute darf ich endlich“, verrät er. „Bei uns wird die Tradition des Bergbaus gepflegt, weil wir alle davon leben“, erklärt Großmutter Bärbel Steinbach. Beide, ihr Gatte und ihr Vater, seien dem Bergbau verbunden.

Begeisterung bei den Zuschauern

Die zahlreichen Schaulustigen am Straßenrand sind begeistert vom Auftritt der Bergleute und Spielmannszüge. „Super, dass da so viele mitmachen“, freut sich Hermann Lehnhausen. „Ich bin begeistert“, stimmt Freundin Sigrid Hase ein. Sie sei extra aus Dortmund angereist, um das Spektakel mitzuerleben.

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