„Ghostbike“ warnt vor Unfallgefahr

Anlässlich eines tödlichen Unfalls an der Kreuzung Hammerschmidtstraße / Stöckmannshof stellten Ines Fricke-Groenewold und Günter Schwarz nun ein so genanntes Gostbike auf. Foto: Monika Kirsch / WAZ FotoPool
Anlässlich eines tödlichen Unfalls an der Kreuzung Hammerschmidtstraße / Stöckmannshof stellten Ines Fricke-Groenewold und Günter Schwarz nun ein so genanntes Gostbike auf. Foto: Monika Kirsch / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
An der A 42-Ausfahrt Herne-Wanne hängt nun ein „Ghostbike“. Initiiert wurde die Installation von Ines Fricke-Groenewold und Günter Schwarz.Das Fahrrad soll an eine Radfahrerin, die bei einem Unfall in Wanne starb, erinnern und vor Unfallgefahr warnen.Foto:

Wanne-Eickel. Am 6. August wurde eine Radfahrerin auf der Hammerschmidtstraße von einem Auto überfahren. Der Pkw-Fahrer bog von der Straße „Am Stöckmannshof“ links auf die Hammerschmidtstraße ab, übersah die 60-Jährige, die Frau stürzte und starb fünf Wochen später an ihren Kopfverletzungen. Nun haben Freunde und Angehörige an der Unfallstelle ein „Ghostbike“ montiert. Sie wollen an das Opfer erinnern, aber auch auf die Gefahren für Radfahrer aufmerksam machen.

Ein Ghostbike ist ein Symbol. Ähnlich wie die Kreuze, die an Landstraßen stehen, weist es auf einen tödlichen Unfall hin. Ines Fricke-Groenewold hatte die Idee. Sie war eine Freundin der 60-Jährigen, die beiden waren zusammen im Tauschring Bickern/Unser Fritz. „Das Ghostbike soll auf die Gefahrenstelle hinweisen“, sagt sie. Sie appelliert an Radfahrer: „Meine Freundin hat keinen Helm getragen. Ich bin zwar gegen eine Helmpflicht, aber jeder sollte einen tragen.“

Regelmäßige Radfahrer reagieren erschüttert auf solche Unfallmeldungen. Offizielle Interessenvertreter wie Joachim Schalke fordern Konsequenzen. Schalke ist Vorsitzender des ADFC-Kreisverbands Köln, zur Ghostbike-Installation in Wanne kam er „aus privatem Interesse“. Er sagt: „Wir brauchen eine bessere Infrastruktur. In Kopenhagen etwa haben sie ganz viel Geld in Radwege investiert, das sollte in Deutschland auch geschehen. Das Wegenetz ist hier oft Stückwerk.“ Den geplanten Radschnellweg quer durchs Ruhrgebiet hält er – obwohl der Kölner nur am Rande davon gehört hat – für „zeitgemäß“.

Ghostbikes an Unfallschwerpunkten halten viele überzeugte Radler für ein probates Mittel, um Autofahrer in punkto Sicherheit zu sensibilisieren. „Radfahrer sollten im Straßenverkehr selbstverständlich werden“, findet Marcus Voltmann. Der Ostwestfale aus Rheda-Wiedenbrück schaute sich die Installation an, in seiner Heimat gebe es bislang keine Ghostbikes. Via Internet-Plattform Facebook hat er davon erfahren. Sein Urteil: „Es müsste noch was dran, damit man überhaupt erkennt, warum das Ding da hängt. Ein Schild mit den Lebensdaten zum Beispiel. So könnte man auch denken, das sei eine Kunstaktion.“

Die Idee der Ghostbikes, also Geisterräder, stammt übrigens aus den USA. Die weißgestrichenen Vehikel dienen als Gedenkstätte für verunglückte Radfahrer. Die Installation in Wanne war übrigens nicht mit den Behörden abgesprochen. Ob die Stadt das Rad überhaupt hängen lässt, wird sich zeigen.

 
 

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