Gelungene Begegnung der Künste

Bildklang 2013 - Filme und Konzerte": Mit den Musikerinnen von „DASKwartett“ und Dokumentarfilmen von der Emscher begann in der Künstlerzeche Unser Fritz eine neue Reihe.
Bildklang 2013 - Filme und Konzerte": Mit den Musikerinnen von „DASKwartett“ und Dokumentarfilmen von der Emscher begann in der Künstlerzeche Unser Fritz eine neue Reihe.
Foto: WAZ FotoPool
Im „Salon Fritz“ improvisierte „DASKwartett“ zu filmischen Momentaufnahmen von der Emscher. Mit dem experimentellen Abend begann eine neue regionale Reihe.

Wanne-Eickel..  In der neuen Reihe „Bildklang 2013“ trafen in der Künstlerzeche Unser Fritz Film und Musik aufeinander. Eine Auswahl an Kurzfilmen, den so genannten „Emscherskizzen“ von Christoph Hübner und Gabriele Voss, zeigte Menschen, die an der Emscher ihre Freizeit verbringen oder dort arbeiten.

„Unsere Dokumentarfilme sind teilweise Zufallsprodukte und entstehen einfach unterwegs,“ so Christoph Hübner. Der Film „Am Emscherdeich“, dessen natürliche Geräuschkulisse in Klänge der vier Streicher von „DASKwartett“ eingefasst wurden, stand zwischen dokumentarischer Nüchternheit und ästhetischem Ausdruck.

Mit gleich zwei Filmen zeigten die Dokumentarfilmer ihr gutes Gespür für den Ruhrpottcharme mit seiner entwaffnenden Wirkung. In „Warten auf den Fluss“ erklärten zwei Sicherheitsangestellte das Wohnprojekt in einer Architekturskulptur im Rahmen der „Emscherkunst“. Ein liebevolles Kurzportrait des verstorbenen Fotokünstlers Werner Köntopp – womöglich einer der ersten Künstler der Industriekultur an der Emscher – ließ dessen ureigene Unbefangenheit mit der Fotografie („Da musst du mal mit den Knien denken“) erkennen. Ein wertvolles Dokument.

Ihren Sinn für grafische Formen zeigten die Filmer unter anderem in „Klärwerk Emschermündung“. Nicht nur maschinelle und computergestützte Vorgänge wurden hier ästhetisiert sondern – sehr verblüffend! – sogar der Klärschlamm.

Zu einigen der Filme improvisierte „DASKwartett“ live. Die Musikerinnen waren der Leinwand zugewandt und halfen der Ästhetisierung einiger Bilder einer eher „denaturierten“ Emscher nach.

„Rondo Mobile“ erinnerte mit seiner rhythmischen Kollektivimprovisation an „Minimal Music“. Poppige Anteile und wiederkehrende Muster waren in „Helixes“ zu erkennen. Das Strukturhafte der Kompositionen passte bestens zu den klaren Linien in den Kurzfilmen.

Eine gelungene experimentelle Begegnung der Künste im „Salon Fritz“ unter der künstlerischen Leitung von Eckard Koltermann. Filme und Musik brachten eine Prozesshaftigkeit und auch Schönheit des Alltäglichen ans Licht - nur einen Steinwurf entfernt von der Emscher.

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