„Gelebte Integration“

Das Bemalen der Hände mit „Mehndis“ gehörte zu den Aktionen für Kinder beim Fest auf dem Diesterwegplatz. Foto Thomas Schild / WAZ FotoPool
Das Bemalen der Hände mit „Mehndis“ gehörte zu den Aktionen für Kinder beim Fest auf dem Diesterwegplatz. Foto Thomas Schild / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Mit einem Straßenfest auf dem Diesterwegplatz in Wanne-Nord feierte die Islamische Gemeinschaft Herne 2 ihr 25-jähriges Bestehen.

Wanne-Eickel. Das beste Wetter erwischte die Islamische Gemeinschaft Herne 2 bei ihrer Feier zum 25-jährigen Bestehen am Wochenende nicht. Dennoch: Auch diesmal – wie bei den Familienfesten in den vergangenen Jahren – kamen viele Besucher zum Straßenfest auf den Diesterwegplatz in Wanne-Nord. Wo sonst Besucher des Anna-Hospitals parken, boten Mitglieder der Gemeinde Speisen und Getränke an, für die kleinen Gäste gab es Sport und Spielangebote. Und auch die Herner Politprominenz wie Oberbürgermeister Horst Schiereck und CDU-MdB Ingrid Fischbach gratulierten persönlich bei der großen Geburtstagsparty.

Ein Vierteljahrhundert Islamische Gemeinschaft Herne 2, das bedeutet vor allem 25 Jahre Aufklärungsarbeit und Ausräumen von Missverständnissen. Davon kann Karademir Veli durchaus ein Lied singen. Der Mann, der für die Öffentlichkeitsarbeit in der Gemeinschaft zuständig ist, weiß: „Wir müssen den Islam so darstellen, wie er ist.“ Vor allem nach den Anschlägen des 11. September 2001 habe man viele Unklarheiten über den Islam bereinigen müssen. Nach den Veröffentlichungen der umstrittenen Mohammed-Karikaturen im Jahre 2005 entschloss man sich dann, einmal im Jahr ein großes Straßenfest im Stadtteil Wanne-Nord zu feiern, um so mit der Nachbarschaft in Kontakt zu kommen.

Heute zählt die Gemeinde etwa 500 Mitglieder, die insbesondere aus Wanne, aber auch aus benachbarten Städten wie Gelsenkirchen, Bochum und Herten kommen. Vor allem der Dialog mit den Mitbürgern im Stadtteil sei ein großes Anliegen. Auch Necati Aydinli, Vorsitzender der Islamischen Gemeinde, ist sich der integrativen Bedeutung der Institution bewusst: „Seit 25 Jahren pflegen wir ein offenes Verhältnis zur Stadt. Wir wollen keine geheimnisvolle Schachtel sein, sondern uns offen präsentieren.“

So geschehen beim Familienfest an diesem Wochenende, das trotz der niedrigen Temperaturen zahlreiche Gäste anlockte – überwiegend jedoch muslimischen Glaubens. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingrid Fischbach blieb dies nicht verborgen. „Ich würde mich freuen, wenn in Zukunft mehr Gäste anderer Glaubensgemeinschaften zum Familienfest kämen“, sagt sie. Immerhin leisteten die Mitglieder der Islamischen Gemeinschaft im Stadtteil ganze Arbeit, dies sei ein Zeichen für „gelebte Integration“. Und auch Oberbürgermeister Horst Schiereck lobte die Mitglieder der Islamischen Gemeinschaft: „Sie bringen sich ehrenamtlich in das kommunalpolitische Geschehen ein und sind vor Ort in ihrem Bezirk politisch und sozial engagiert.“

 
 

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