Gebäudemanagement will Königin-Luisen-Schule abreißen

Die Königin-Luisen-Schule an der Wilhelmstraße 88 steht seit Juli leer.
Die Königin-Luisen-Schule an der Wilhelmstraße 88 steht seit Juli leer.
Foto: WAZ FotoPool
Weil sich die denkmalgeschützte Hauptschule in Herne-Bickern nicht wirtschaftlich nutzen lässt, will das Gebäudemanagement (GMH) der Stadt sie abreißen lassen und dort die Kita Michaelstraße neu bauen. Erst im Juli dieses Jahres wurde die Schule nach 103 Jahren aufgegeben.

Herne..  Erst im Juli dieses Jahres wurden die letzten Kartons aus der Königin-Luisen-Schule in Bickern getragen. Nach 103 Jahren gab die Stadt angesichts des sinkenden Elterninteresses die Hauptschule auf. Nun sieht es so aus, als seien die Tage des denkmalgeschützten Gebäudes gezählt. Das Gebäudemanagement Herne (GMH), das die städtische Immobilie verwaltet, möchte die Schule abreißen lassen und an gleiche Stelle einen Neubau für die städtische Kindertageseinrichtung Michaelstraße setzen. Ein entsprechendes Abbruchverfahren werde eingeleitet, bestätigte GMH-Chef Horst Tschöke.

„Wir haben viele Alternativen zur Umnutzung der Schule untersucht“, sagt Tschöke. Bereits im Sommer hatte sich abgezeichnet, dass eine Sanierung zu teuer werden würde. Im Vorfeld hatte es Überlegungen gegeben, die Schule zu renovieren und die Kita Michaelstraße dort einziehen zu lassen. Doch die Kosten wären immens gewesen, die Rede war von 5,1 Millionen Euro, wovon die unteren Etagen für die Kita samt Familienzentrum allein 3,1 Millionen gekostet hätte und überdies für das 2. Obergeschoss ein ein weiterer Nutzer hätte gefunden werden müssen. Tschökes Fazit: „Alle Prüfungen haben gezeigt, dass eine Sanierung wirtschaftlich nicht zumutbar ist.“

Das weitere Prozedere : GMH will einen Abbruchantrag stellen, über den die Untere Denkmalbehörde bei der Stadt und die Denkmalpflege des Landschaftsverbandes befinden müssen. Gleichzeitig wird die Politik eingeschaltet, die Bezirksvertretung Wanne bereits in ihrer nächsten Sitzung, so Tschöke weiter. Neben der Bezirksvertretung sind der Planungsausschuss und der Kulturausschuss als Fachausschüsse beteiligt.

Fassade und Dächer denkmalwert

Dass für die Kita Michaelstraße Ersatz geschaffen werden muss, steht fest, zumal auch mehr Platz im Zuge des U3-Ausbaus benötigt wird. Der Standort der Königin-Luisen-Schule an der Wilhelmstraße biete sich an, so Tschöke: Schräg gegenüber steht das Stadtteilzentrum Pluto, ein großer Spielplatz und die sanierte Grundschule Michaelstraße seien ebenfalls in der Nähe.

Durch den „Krummen Hund“ sensibilisiert, lehnt die städtische Bauverwaltung eine Stellungnahme ab, bevor der Weg durch die politischen Gremien angetreten ist. „Solange wir keinen Antrag auf Abbruch vorliegen haben, können wir uns dazu nicht äußern“, sagt Stadtsprecher Christoph Hüsken. Als denkmalwert gelten die Fassaden und Dächer der Schule sowie die öffentlichen Verkehrsflächen im Inneren des symmetrisch gestalteten Ziegel-Putzbaus.

 
 

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