Gast aus Besiktas beeindruckt beim Besuch in Herne

Besiktas’ Bürgermeister Murat Hazinedar (li.) und OB Frank Dudda zogen am Dienstag im Herner Rathaus eine positive Bilanz des ersten Austauschs zwischen Herne und dem Istanbuler Bezirk.
Besiktas’ Bürgermeister Murat Hazinedar (li.) und OB Frank Dudda zogen am Dienstag im Herner Rathaus eine positive Bilanz des ersten Austauschs zwischen Herne und dem Istanbuler Bezirk.
Foto: FUNKE Foto Services
Der erste Besuch von Besiktas’ Bürgermeister Murat Hazinedar in Herne war offenbar von einer herzlichen Atmosphäre geprägt und könnte Früchte tragen.

Herne.  Der Anfang ist gemacht: Die Stadt Herne hat die ersten Fühler nach einem Austausch mit dem Istanbuler Stadtteil Besiktas ausgestreckt. Ob am Montag beim Stadtempfang oder gestern bei Gesprächen mit Herner Unternehmen und Organisationen: Der Besuch war offenbar von einer herzlichen Atmosphäre geprägt und könnte Früchte tragen. Hernes OB Frank Dudda sprach sogar von einem Höhepunkt in seiner - zugegeben - noch kurzen Amtszeit.

Das erklärt sich bei einem genaueren Blick auf den Gast und seinen Stadtteil. So zählt der Bezirk Besiktas mehr als 180 000 Einwohner, verfügt über eine Reihe von Universitätsstandorten und ist nach den Worten von Bürgermeister Murat Hazinedar prosperierend. Der Sozialdemokrat - der erzählte, dass er mit 77 Prozent der Stimmen gewählt wurde - bezeichnet Besiktas als wichtigsten Stadtteil Istanbuls, in dem die Wirtschaft angesiedelt ist. Er sei ein Symbol der europäischen Werte, als Bürgermeister verfolge Hazinedar eine Politik der Freiheit.

Mit Blick auf die Flüchtlingsthematik schilderte er, dass auch seine Stadt Probleme habe. Er sei sich bewusst, dass Herne allein die Herausforderung nicht lösen könne, dazu müsse man sich besser vernetzten. Das Thema Flüchtlinge wird Hazinedar auch heute im NRW-Landtag ansprechen.

Der Besuch brachte in wirtschaftlicher Sicht selbstverständlich noch keine konkreten Ergebnisse oder gar Vertragsabschlüsse, doch beim Besuch der Reckli GmbH, einer der Weltmarktführer für Betonmatrizen, habe es erste Kontakte gegeben.

Doch Hazinedar möchte die Beziehung zu Herne nicht nur auf die Wirtschaft beschränkt wissen. Ihm seien auch andere Themen wichtig: etwa das Zusammenleben der Kulturen und Religionen, das er selbst vorantreibe. Darüber hinaus könne er sich einen Schüleraustausch vorstellen. Hernes OB lud er zum Gegenbesuch ein, wenn ein Blumenfestival in Besiktas stattfindet. Sobald er zurückgekehrt sei, werde er im Rat das Thema Herne auf die Tagesordnung setzen.

Für Hernes OB Frank Dudda steht nach dem Besuch fest, dass das gemeinsame Wertefundament trägt. „Uns verbindet der Ansatz, über die wirtschaftlichen Beziehungen hinaus die Religionen zusammenzuführen.“ Sein Amtskollege habe eindrucksvoll demonstriert, was Besiktas für eine Stadt sei. In der nächsten Sitzung des Ältestenrats der Stadt werde die weitere Vorgehensweise diskutiert. Er habe aber beim gemeinsamen Essen mit Vertretern aller Parteien viele zufriedene Gesichter entdeckt, so Dudda.

Lange Liste mit Wirtschaftskontakten

Die Liste der Kontakte mit Wirtschaftsvertretern war lang. Zu den Gesprächspartnern gehörten: Vulkan GmbH, Prof. Thomas Happe (Ruhr-Uni Bochum), Reckli GmbH, Wirtschaftsförderungsgesellschaft, AS Stahl GmbH, Anuka GmbH, Sparkasse, HCR, Stadtwerke, Ev. Krankenhausgemeinschaft Herne/Castrop-Rauxel, Gelsenwasser, CDU-Mittelstandsvereinigung, WHE, Baugemeinschaft Stein, Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr.

 
 

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