Für „Scatman“ keinen Cent gesehen

Tobias Schlechtrimen alias Major Tosh aus Herne Wanne-Eickel hat als DJ bereits  mit Mark Oh zusammen gearbeitet. Foto: Ute Gabriel / WAZ FotoPool
Tobias Schlechtrimen alias Major Tosh aus Herne Wanne-Eickel hat als DJ bereits mit Mark Oh zusammen gearbeitet. Foto: Ute Gabriel / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Mit Mark’Oh produzierte Tobias Schlechtrimen diverse Charthits - und fühlte sich anschließend über den Tisch gezogen. Nun geht der Wanne-Eickeler DJ eigene Wege.

Wanne-Eickel.. Ein Elektrotechnikstudent, der in seiner Freizeit Musik produziert und den großen Durchbruch schaffen will: Tobias Schlechtrimen ist dem Ziel schon näher gewesen, als manch ein anderer. Gemeinsam mit Produzent Mark’Oh hat er die Dance-Hits „Scatman“ und „United“ produziert.

Zwei Monitore stehen auf dem Schreibtisch in seinem Zimmer bei den Eltern. Auf den Bildschirmen flackern Sequenzen von Audiospuren, sie ähneln ein wenig der Sinuskurve auf dem Herzmonitor im Krankenhaus. Eine Ecke des Zimmers ist zur Schallisolierung mit Schaumstoff abgehangen und ein Mikrofon steht zwischen den Matten. Tobias Schlechtrimen drückt einige Knöpfe und aus den Boxen, die rechts und links vom Tisch aufgebaut sind, erschallt seine neueste Kreation „Out of my mind“. Wenn man nicht wüsste, dass der 25-Jährige das Lied produziert hat, könnte man meinen, es würde in den Charts bereits rauf- und runterlaufen. Dass er weiß, was er tut, hat Tobias bereits 2009 bewiesen. Damals lernte er sein ehemaliges Idol Mark’Oh über das Internet in speziellen DJ-Foren kennen. „Als er mich angeschrieben hat und um ein Treffen bat, dachte ich noch, dass er mich auf den Arm nehmen will“, sagt Tobias.

Er fiel aus allen Wolken

Kurze Zeit später saß der damalige Azubi zum Elektriker im Tonstudio mit dem Produzenten. Mark’Oh hatte sich die Originaltonspuren von John Scatman gesichert und wollte sie neu auflegen. Tobias Schlechtrimen, der sich als DJ „Major Tosh“ nennt, lieferte die entsprechenden Beats dazu und kurze Zeit später landete der Hit in den Top 100 der deutschen Charts. Noch bei der darauffolgenden Zusammenarbeit zum Titel „United“ hatte Tobias Spaß an der Aufgabe.

Kurze Zeit später fiel er aus allen Wolken. Denn für seine Arbeit habe der 25-Jährige keinen Cent von Mark’Oh gesehen. „Er hat mich mit einem gefälschten Vertrag über den Tisch gezogen. Damals war ich noch zu unerfahren, um es bei der Unterschrift zu merken“, meint der DJ heute. Wenigstens auf den Plattencovern wurde er namentlich als Nebenproduzent erwähnt. Dennoch ist Tobias sehr enttäuscht von seinem ehemaligen Idol.

Warten auf den großen Durchbruch

Von dieser Pleite lässt sich der 25-Jährige nicht unterkriegen. Fleißig bastelt er an neuen Liedern, die er immer wieder an Plattenlabels schickt. Bei seinem neuen Lied dachte sich Tobias, dass er es direkt zu einem großen Label schicken wolle. „Ob die Absage von einem kleinen oder großen Label kommt, ist völlig gleich. Aber bei einer Zusage sind die Chancen höher, dass das Lied groß rauskommt“, erklärt Tobias. Prompt wollte das französische Label „PooleMusic“ seinen Song veröffentlichen. Allerdings nur, wenn noch einiges geändert werden würde. „Klar kann man das machen, aber man sollte immer noch das Endprodukt vertreten können.“

Das Ziel von Tobias Schlechtrimen: der ganz große Durchbruch. Trotzdem möchte er sein Elektrotechnik-Studium zu Ende bringen. Denn wie schnell der Erfolg fort sein kann, hat ihm die Erfahrung mit Mark’Oh bewiesen. Tobias: „Richtig cool wäre es, später einmal in Großraumdiscotheken wie dem Prater in Bochum aufzulegen. Oder erfolgreich in den Charts zu landen. Mal schauen, ob ich wenigstens eines davon schaffe.“

 
 

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