Fünf Unternehmen testen das Lastenfahrrad in Herne

Keine Parkplatzsuche: Mit Lastenfahrrädern können Waren im nahen Umfeld schnell ausgeliefert werden.
Keine Parkplatzsuche: Mit Lastenfahrrädern können Waren im nahen Umfeld schnell ausgeliefert werden.
Foto: dpa-tmn
Fünf Unternehmen in Herne testen das Lastenfahrrad. Das Ganze ist ein Forschungsprojekt zum „klimafreundlichen Wirtschaftsverkehr“.

Herne..  Die Teilnehmer für das Forschungsprojekt zum „klimafreundlichen Wirtschaftsverkehr“, das die Zeppelin-Universität Bodensee in Herne durchführt, stehen fest. Ab April werden fünf lokale Unternehmen den Einsatz von Lastenfahrrädern testen: Blumenhandel Maylahn, City-Center, Tischlerei Molzahn, Elektro Sprick und Meister Lieder.

Zum Hintergrund: Mit dem auf zwei Jahre angelegten Projekt will die Uni untersuchen, welche Beiträge zur sogenannten Energiewende und zum Klimaschutz geleistet werden könne, wenn auf den letzten Kilometern Lastenräder statt Lieferwagen zum Einsatz kommen. Eva Maylahn, Geschäftsführerin des gleichnamigen Blumenhandels, hat sich für die Teilnahme entschieden, weil sie für ihr Unternehmen mehrere potenzielle Vorteile sieht.

So könnten die Räder einige Wege ersetzen, die bislang von den Lieferwagen absolviert werden, etwa bei der Lieferung von Sträußen. „Auf manchen Strecken könnte das Rad schneller sein“, vermutet Maylahn. In der Innenstadt falle die teilweise schwierige Parkplatzsuche weg.

Ähnlich sieht es Manfred Lieder, Inhaber des Elektronik-Fachmarktes in Eickel. Im Ortsteil sei die Parkplatzsituation schlecht, mit dem Rad erhofft sich Lieder Linderung in dieser Hinsicht. Seine Kundschaft liege zum großen Teil in einem Radius von eineinhalb Kilometern, die seien gut mit dem Rad zu schaffen, zumal für Wartungsarbeiten oft nur kleine Taschen nötig seien. Außerdem, so Lieder, „hat das Projekt Vorbildcharakter“.

Georg Wilk, Inhaber der Tischlerei Molzahn, hat sich für die Teilnahme am Projekt entschieden, weil „meine Mitarbeiter sowieso fahrradbegeistert sind“. Da sei die Chance groß, dass sie voll mitziehen. Das Lastenrad könne unnötige Wege mit dem Auto im Nahbereich sparen, auch die Parkplatzsuche war für Wilk ein Argument. Darüber hinaus sei auch eine Tischlerei ein ums andere Mal mit „kleinem Besteck“ unterwegs, etwa beim Kundendienst oder beim Aufmaß.

Schneller beim Kunden

Und noch ein Unternehmer beteiligt sich: „Wir sind auf der Suche nach Maßnahmen, wie man sich an der Energiewende beteiligt“, sagt Rüdiger Sprick, Geschäftsführer des Elektroinstallateur-Unternehmens Sprick. Ein Lastenrad könne solch eine Maßnahme sein.

Rüdiger Sprick sieht Vorteile in einem Radius von bis zu fünf Kilometern. Dann sei man schneller beim Kunden, zumal man mit dem Rad bis vor die Haustür fahren könne: „Wir werden schauen, was wir mit dem Lastenrad anfangen können.“

Etwas aus dem Rahmen fällt die Teilnahme des City-Centers, doch sie erklärt sich auf den zweiten Blick. „Die Ärzte, Geschäfte und Bewohner des City-Centers werden sich das Rad teilen“, so Center-Managerin Sabine Pachtmann. Die Apotheke könne Medikamente ausliefern, Kanzleien Botengänge per Rad abwickeln.

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