Freiwillige Helfer überzeugen Herner Schüler

Ehrenamtstag in der Realschule Crange. In der Trage Maxim Schelinski (11).
Ehrenamtstag in der Realschule Crange. In der Trage Maxim Schelinski (11).
Foto: WAZ FotoPool
An der Realschule Crange fand der Ehrenamtstag statt. Das Motto lautete „Mitmachen“. Viele Schüler konnten sich nach dem Aktionstag einen Job als Freiwilliger gut vorstellen.

Herne..  Auf der Liege nimmt er Platz, lässt sich angurten und lacht herzlich. „So also machen das die Leute vom Deutschen Roten Kreuz“, stellt Maxim Schelinski, Schüler der Cranger Realschule fest und befreit sich wieder von den vielen schwarzen Schnallen. Ob ihm bewusst ist, was das Personal leistet? „Na klar. Sie helfen dabei, Leben zu retten“, so der Elfjährige voller Achtung für die Mitarbeiter – genauer gesagt für die ehrenamtlichen Helfer.

Den Ehrenamtstag gibt es in Herne nunmehr seit 2009. In diesem Jahr klingte sich die Cranger Schule an der Semlerstraße mit in das Projekt ein. Schulleiter Reiner Jorczik zeigt sich von der Idee begeistert und lässt seinen Blick über den Schulhof gleiten. Insgesamt 530 Schüler wuseln umher und informieren sich über die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr, der Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Deutschen Lebensrettunggesellschaft (DLRG).

„Ich kann mir gut vorstellen, ehrenamtlich beim DLRG aktiv zu werden“, sagt die 13 Jahre alte Sophia. Andere sehen dem Thema am Rettungswagen des DRK doch eher skeptisch entgegen. „Was gibt es denn dafür“, will ein Junge wissen, der dem Vortag von Rettungsassistentin Sarah Wortmann lauscht. „Als Ehrenamtler nichts“, erklärt die 21-Jährige mit einem milden Lächeln. „Kein Geld? No Money?“. „Nein, die Leute hier sind mit dem Herzen dabei“, klärt Lehrerin Susanne Beinke auf.

Ehrenamt bedeutet aktiv sein und Glück

Für einige Schüler mag sich ab dieser Aussage bezüglich der mauen Aussicht auf monetären Verdienst die Sache mit dem Ehrenamt erledigt haben. Längst aber nicht für alle. Erfolgreich wirbt Mechthild Greifenberg am Stand der Caritas für die das freiwillige Engagement. „Ehrenamt, immer ein Treffer“, verspricht der Verband mithilfe eines Holzbrettspieles. Lang ist die Schlange, viele möchten einfach mal zocken, andere werden von den Gummibärchen gelockt, die hier verteilt werden.

Doch auch hier wieder interessierte Gesichter. Orangefarbene Karteikarten mit Stichworten sollen den Kindern und Jugendlichen die wahren Werte eines Ehrenamtes vermitteln. Darauf stehen Begriffe wie „Aktiv sein“, „Glück“ oder „Lernen“. Viele finden das spannend. Genug Aufgaben, die es täglich zu erledigen gilt, gibt es in jedem Fall: „Wir haben den Mittagstisch, die Seniorenbegleitung, die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen, um nur einige zu nennen“, betont Mechtild Greifenberg.

Ehrenamt prägt unsere Gesellschaft

Natürlich gibt es sie immer, die Nörgler, die Fragen, warum der Staat nicht all diese Aufgaben erledigen könne. Denen entgegnet sie nur: „Das Ehrenamt prägt unsere Gesellschaft und fängt im Kleinen an: In der eigenen Stadt, der eigenen Siedlung.“ Oder eben auf dem eigenen Schulhof. Denn auch die Realschule hat bereits zwei Projekte in Eigenregie auf die Beine gestellt. Zum einen die Mobbing-Scouts, die sich kümmern, wenn es untereinander Ärger gibt. Die Technik-Buddys unterstützen Grundschüler in naturwissenschaftlichen Fächern. Alles ehrenamtlich, in der Freizeit – ohne „Money.“

 
 

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