Flüchtlingsheim: Herner Bürger sorgen sich

UdoSobieski, Jan Zajic und Sozialdezernent Johannes Chudziak (v.l.) diskutierten mit den Bürgern über die neue Asylbewerberunterkunft.
UdoSobieski, Jan Zajic und Sozialdezernent Johannes Chudziak (v.l.) diskutierten mit den Bürgern über die neue Asylbewerberunterkunft.
Foto: FUNKE Foto Services
Auf einer Versammlung stellte Sozialdezernent Johannes Chudziak die Räume an der Südstraße vor. Ehemaliges Siemens-Werk soll am 15. August öffnen.

Herne.  Die stetig zunehmende Anzahl an Asylbewerbern stellt die Verwaltung vor enorme Herausforderungen. Für 95 Menschen hat die Stadt daher nach einem Ratsbeschluss am 20. Mai das ehemalige Siemens-Werk an der Südstraße 111 in Holsterhausen angemietet (die WAZ berichtete). Aus diesem Anlass luden die SPD-Ortsvereine Herne-Süd und Holsterhausen gemeinsam mit Sozialdezernent Johannes Chudziak als Vertreter der Verwaltung und als Vertreter der Politik Udo Sobieski, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender, am Mittwochabend zu einer Bürgerversammlung. „Uns ist es wichtig, vor dem Einzug der Flüchtlinge an der Südstraße das Gespräch mit den Herner Bürgern zu suchen“, erklärte Jan Zajic, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Herne-Süd, zu Beginn.

Probleme des Landes durchgereicht

„Wir bekommen die Probleme des Landes nach unten durchgereicht und müssen sie im Rahmen unserer Möglichkeiten lösen“, sagte Chudziak. Die Stadt habe gar keine Wahl, ob sie die Flüchtlinge aufnehmen wolle. An der Südstraße sollen die nötigen Umbauarbeiten bald abgeschlossen werden, so dass zum 15. August die Flüchtlinge in das ehemalige Siemens-Werk einziehen könnten. „Ab Erstbezug gilt der Mietvertrag für drei Jahre mit Option auf Verlängerung“, erklärte Chudziak. Drei Personen sollen sich jeweils eines der ehemaligen Büroräume teilen und sich überwiegend selbst organisieren.

Die Sorge einiger Bürger ist da nicht weit: „Bei so vielen Nationalitäten wird die Situation doch eskalieren“, meinten einige und fragten nach einem Schutz für die Anwohner. Wachdienste und Sozialarbeiter würden von der Stadt eingesetzt, beruhigte Chudziak. Um anzufügen: „Wir haben mit solchen Größenordnungen Erfahrungen.“ Am Zechenring seien derzeit schließlich um die 200 Flüchtlinge untergebracht.

Es sei wichtig, die soziale Betreuung nicht an private Firmen zu übergeben, merkte ein Bürger an. Auch hier wies der Sozialdezernent darauf hin, dass sogar zusätzliche Sozialarbeiter von der Stadt eingestellt würden. „Wir müssen dafür Sorge tragen, dass die Unterbringung menschenwürdig ist“, hieß es von SPD-Ratsherr Sobieski.

Bis zum Ende des Jahres benötigt die Stadt noch rund 500 Plätze für Asylsuchende. Wenn die Unterkunft an der Südstraße Mitte August bezogen wird, fehlen immer noch knapp 400. Für 65 weitere Plätze stecke die Stadt derzeit in Verhandlungen mit der vermietenden Kappel GmbH, da auf dem Siemensgelände noch Werkstattgebäude zur Verfügung stünden. „Zur Zeit wird geprüft, ob sich der Umbau wirtschaftlich darstellen lässt“, so Chudziak.

 
 

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