Flottmann-Tor kehrt heim

Foto: Haenisch / waz fotopool

Herne.. Nach zehn Jahren kehrt das Flottmann-Tor heim an die Flottmann-Hallen. Die Kosten für die Restaurierung und die Schutzvorrichtung belaufen sich auf 240 000 Euro.

7,50 Meter hoch, 9,50 Meter breit und über 100 Jahre alt: Das Flottmann-Tor hat viel erlebt. Nun steht es nach zehn Jahren in den Werkstätten an der Stöckstraße wieder an der frischen Luft, genauer: an den Flottmann-Hallen. Am Sonntag hat es Oberbürgermeister Horst Schiereck mit einer Rede eingeweiht.

„Das Flottmann-Tor ist nicht nur Kunstwerk, es ist zugleich ein wichtiges historisches Industriedenkmal“, betonte dabei der OB. Ein Denkmal, das lange niemand zu Gesicht bekommen hat. „Die Suche nach einem geeigneten Ort hat die meiste Zeit in Anspruch genommen“, berichtete der Leiter des städtischen Gebäudemanagements Horst Tschöke. Vorausgegangen seien lange Diskussionen mit der Denkmalpflege, ob das Flottmann-Tor überhaupt wieder draußen stehen darf. Und wenn ja: Was dabei beachtet werden muss. Ergebnis: Das Flottmann-Tor kehrt zu den Flottmann-Hallen zurück, es steht unter freiem Himmel, allerdings geschützt durch einen riesigen Rahmen aus Beton mit einem Glasdach.

Das Architekturbüro Dratz und Dratz (Oberhausen) hat den Schutz designt. „Im Vordergrund stand natürlich der Schutz für das Flottmann-Tor“, erklärte Benjamin Dratz. „Allerdings wollten wir das Flottmann-Tor auch möglichst gut in Szene setzen.“ Aus diesem Grund habe man sich für hellen Beton als Kontrast zu dem grauschwarzen Eisen des Tores entschieden.

Grauschwarz ist übrigens die Ursprungsfarbe des Flottmann-Tores. Festgestellt durch eine Befunduntersuchung. „Sie ist Ausgangspunkt einer Restaurierung“, sagte Annette Lewandowski von der Denkmalbehörde in Herne; dazu müssen alle Schichten abgetragen werden. „Ziel ist es immer, so viel wie möglich zu erhalten und wenig zu ersetzen.“

Dies sei sehr gut gelungen. Und mehr noch: „Sogar die Tragfassung steht noch im Original.“ Keine Selbstverständlichkeit, denn nach 100 Jahren stehe nicht mehr jedes Tor von selbst.

Die Kosten für das gesamte Projekt belaufen sich auf 240 000 Euro. „Das ist natürlich viel Geld“, sagt Horst Tschöke, „aber für so ein Projekt absolut im Rahmen.“ Findet auch OB Schiereck. Für ihn ist der Preis für Kunstwerk und Denkmal in einem gerechtfertigt. Passieren soll bei diesen Kosten natürlich nichts.Deswegen weist er darauf hin: „Die Video-Überwachung ist schon installiert.“

 
 

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