Filmfestival in Herne wirft neuen Blick auf das Fahrrad

Zum 11. Interationalen Fahrrad-Filmfestival in den Flottmann-Hallen waren am Samstag über 300 Besucher gekommen.
Zum 11. Interationalen Fahrrad-Filmfestival in den Flottmann-Hallen waren am Samstag über 300 Besucher gekommen.
Foto: Barbara Zabka
  • Über 300 Besucher kamen zum Internationalen Fahrrad-Filmfestival nach Herne
  • Unter ihnen waren auch viele Gäste aus dem Ausland
  • Die goldene Kurbel gewann der Beitrag eines schwedisch-ugandischen Teams

Herne..  Über 300 Besucher lockte am Freitagabend und am Samstag das Internationale Festival des Fahrrad-Films (IFCC) in die Flottmann-Hallen. Bereits zum 11. Mal fanden sich dort Fahrrad-Filmer zusammen, um unter 18 Kurzfilmen den Sieger mit der goldenen Kurbel auszuzeichnen.

„Der Wettbewerb ist eine Schnittstelle zwischen Sport und Kunst“, erklärte Chris Wawrzyniak, der das Festival in Herne mitorganisiert. Die Filme seien mit GoPros, Handys, aber auch mit hochwertigen Kameras gemacht worden. Über 50 Filme hätten in der Vorauswahl gestanden.

Außergewöhnlich viele internationale Filmemacher waren diesmal persönlich da, ob aus den USA, Schweden, den Niederlanden oder, wie Alex Kopia, aus Polen. 15 Jahre hat er in Essen gelebt und war schon immer ein Fahrradfan. Heute ist er Bevollmächtigter für Radverkehrspolitik in Schlesien und sieht in dem Filmfestival mehr als nur Unterhaltung. „Die Filme zeigen Ideen für Sport und den Alltag. Schlesien ähnelt in seiner Landschaft und Industrie dem Ruhrgebiet“, sagte Kopia zur. Es gebe dort sogar eine Route Industriekultur. Dies sei ein Grund, warum der polnische Veranstaltungsort des Fahrrad-Filmfestivals im nächsten Jahr von Krakau nach Kattowitz in Schlesien verlegt würde. Seit drei Jahren gebe es die Kooperation zwischen Deutschland und Polen.

Gemeinsam für die Interessen der Radfahrer einsetzen

„Bei diesen Veranstaltungen bildet sich eine internationale Szene aus Radfahrern und Kurzfilmern“, fügte Kopia hinzu. Das sei wichtig, da man durch Kommunikation stärker werde und sich so besser für die Interessen der Radfahrer einsetzen könne. Die Frage, ob die konservative Szydlo-Regierung in Polen und die offen ausgesprochene Abneigung des Außenministers Witold Waszczykowski gegenüber Radfahrern sich negativ auf sie ausgewirkt habe, verneinte Kopia. „Bisher hat der Regierungswechsel zum Glück noch keine Konsequenzen für uns Radfahrer gehabt“, sagte er. Stattdessen habe sich in seiner Heimat der Trend entwickelt, dass viele aus reinem Protest jetzt Fotos von sich mit ihrem Fahrrad in den sozialen Netzwerken veröffentlichen.

Filme dauern zwischen zwei und zwölf Minuten

Die 18 Filme aus zwölf Ländern, die ab 20 Uhr gezeigt wurden, dauerten zwischen zwei und maximal zwölf Minuten, „alles andere würde den Rahmen sprengen“, sagt Chris Wawrzyniak. Die goldene Kurbel ging schließlich an den schwedisch-ugandischen Beitrag „Cycologic“. Der Dokumentarfilm zeigt, wie ugandische Frauen in Kampala darum kämpfen, sich mit ihren Fahrrädern durch das Verkehrschaos zu wühlen. „Es sucht schon seines Gleichen, wie behutsam Filmemacherin Emilia Stalhammar mit den Menschen umgeht“, so Wawrzyniak. „Ein sehr außergewöhnlicher Film.“ Der zweite Platzging an den argentinischen Animationsfilm „Inercia“, der den Zwiespalt zwischen bequemem Autofahren und umweltbewusstem Radeln aufgreift. Auf den dritten Platzkam „How to make a sick edit“, ein höchst unterhaltsamer Streifen aus den USA.

 
 

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