Fidele Horst setzte Ehedramen amüsant in Szene

Zu seinem 95-jährigen Bestehen zeigte die Fidele Horst im Mondpalast die Komödie "Die vertagte Nacht".
Zu seinem 95-jährigen Bestehen zeigte die Fidele Horst im Mondpalast die Komödie "Die vertagte Nacht".
Foto: WAZ FotoPool
Eine Familie - drei Ehedramen: Das ist der Stoff, aus dem Komödien gemacht sind. In diesem Fall waren es Franz Arnold und Ernst Bach, die das Stück „Die vertagte Nacht“ verfassten. Das Wanne-Eickeler Amateurtheater Fidele Horst setzte das Stück jetzt amüsant in Szene.

Wanne-Eickel..  Die Stimmung im ausverkauften Mondpalast ist Freitagabend erwartungsvoll: Das Amateurtheater Fidele Horst hat zur Premiere von „Die vertagte Nacht“ eingeladen. Das anfangs muntere Geplauder des Publikums verstummt sofort, als es plötzlich dunkel wird und nur ein Lied zu hören ist: „Die Männer sind alle Verbrecher, ihr Herz ist ein finsteres Loch...“ Der Vorhang hebt sich und die Zuschauer blicken direkt in Herrn Dobermanns Wohnstube.

Ein besorgter Vater

Er glaubt, endlich aufatmen zu können, weil er seine Tochter Edith (Lisa Szczensny) unter die Haube gebracht hat und die zweite Tochter Franzi (Tina Menze) ebenfalls den Stand der Ehe anstrebt. Er wird aber eines besseren belehrt: Es stellt sich nicht nur heraus, dass Franzis zukünftiger Ehemann noch eine Affäre mit einer Tänzerin hat, sondern auch, dass Ediths Ehe offenbar schon während der Hochzeitsreise auf ihr Ende zusteuert. Die junge Ehefrau ist davon überzeugt, dass ihr Mann sie bereits betrogen hat. Vater Dobermann (Dietmar Kraschewski) will die Probleme lösen - doch das geht gewaltig schief. Auch er bekommt Probleme - mit seiner Frau Ida (Yasmin Pabst).

„Die vertagte Nacht“ wurde von Franz Arnold und Ernst Bach geschrieben und spielt im Jahr 1924. Dementsprechend sieht Dobermanns Wohnzimmer aus: Von der Decke baumelt ein Kronleuchter und auf dem Tisch steht ein schwarzes Wählscheibentelefon neben einer kleinen altmodischen Lampe. Selbst die Lichtschalter sind original - wie alle Requisiten. Auch die Kostüme und Frisuren sind den 20er-Jahren nachempfunden.

Kein Amateurtheater

Die Kulisse ist großartig und die schauspielerischen Leistungen der Darsteller lassen nichts zu wünschen übrig - vom Amateurtheater keine Spur. Das Publikum hatte das Gefühl, mit im Wohnzimmer zu sitzen. Besonders beeindruckte Yasmin Pabst, die die aufbrausende und etwas herrische, aber liebeswürdige Ida Dobermann verkörperte. Ein Missgeschick des Zimmermädchens, das (ungewollt) eine Tasse fallen ließ, kommentierte sie spontan: „Gutes Personal ist so schwer zu finden...“. Der kleine Fehler fiel nicht auf und das Publikum amüsierte sich königlich. Auch Dietmar Kraschewski als Vater Dobermann spielte seine Rolle als beherzter, vorgeblich leicht verwirrter Strippenziehen überzeugend.

Durch die verstrickte Geschichte, gespickt mit vielen Witzen und Missverständnissen, sorgt „Die vertagte Nacht“ bei jeder Altersklasse für gute Laune und zeigt sich einer 95-Jahr-Feier würdig.

Fidele Horst spielt „Die vertagte Nacht“ auch noch am Freitag, 2. Mai um 20 Uhr, am 3. Mai um 19 Uhr und am 4. Mai um 18 Uhr im Mondpalast, Wilhelmstr. 26.

Am 10. Mai ist das Stück um 19 Uhr und am 11. Mai um 18 Uhr im Kulturzentrum zu sehen.

Karten gibt es für 14 Euro unter www.theater-fidele-horst.de, WAN 3776315, oder bei Koethers & Röttsches, Bebelstraße 18.

 
 

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