Festzelt auf der Cranger Kirmes soll Ruhri-Charme versprühen

Tim Schulze
Pütthemden statt Dirndl: Die „Bayern-Festhalle“ auf der Cranger Kirmes wird in diesem Jahr umgetauft in die „Cranger Festhalle“.
Pütthemden statt Dirndl: Die „Bayern-Festhalle“ auf der Cranger Kirmes wird in diesem Jahr umgetauft in die „Cranger Festhalle“.
Foto: Jakob Studnar
Die "Bayern-Festhalle" auf der Cranger Kirmes heißt dieses Jahr "Cranger Festhalle". Der Veranstalter will so die Region in den Vordergrund rücken.

Herne/Wanne-Eickel. Oberbürgermeister Frank Dudda wedelt mit einem schwarzgelben Herne-Jutebeutel herum. „Unsere Farben hier sind ja Schwarzgelb oder Blauweiß, aber nicht das bayrische Weißblau“, sagt er zu Beginn der Pressekonferenz zur Ankündigung der Cranger Kirmes am gestrigen Montag und verkündet anschließend die wohl wichtigste Neuerung für die 581. Auflage des Volksfestes vom 5. bis 14. August: Das große Festzelt bekommt nicht nur einen anderen Namen, es gibt auch ein abgeändertes Konzept.

Personal in Pütthemden

Die „Cranger Festhalle“, wie sie heißen wird, soll den Ruhri-Charme ausstrahlen. Die leuchtenden Letter am Zelt werden den neuen Namen zeigen, auf der Speisekarte stehen viele westfälische Köstlichkeiten und das Zelt-Personal trägt Pütthemden. „Wir wollen kein Abklatsch vom Oktoberfest sein, sondern unsere Region selbstbewusst repräsentieren“, sagt Dudda.

Ganz passé ist Bayern aber nicht. „Ein Erfolgskonzept sollte man ja nicht komplett über den Haufen werfen“, sagt Zeltbetreiber Kevin Traber. Schweinshaxe und Maß-Bier werde es weiterhin geben. Die bekannten Kapellen seien ebenfalls wieder mit von der Partie. „Dann werden wieder 1000 Schalker singen: ,Zieht den Bayern die Lederhosen aus’.“

16 Fahrgeschäfte für Kinder

Die Region soll stärker in den Vordergrund rücken. Genau wie die Familien. Allein 16 Fahrgeschäfte nur für Kinder gibt es diesmal. Herner Schulkinder dürfen bei speziellen Backstage-Führungen hinter die Kulissen der Kirmes blicken. Es wird einen Familientag geben sowie extra Schausteller-Aktionen und kostenlose Sicherheitsbändchen für die kleinen Besucher.

Mehr als 50 Fahrgeschäfte werden auf dem Kirmesplatz am Kanal stehen. Ihre Premieren feiern „Apollo 13“ und der „Propeller“. Letzterer soll mit einer „ganz neuen Fahrweise überraschen“, sagt Kirmesarchitektin Sabine Marek. Es sind Sessel, im Kreis angeordnet, die von einem riesigen Stab nach oben gezogen werden: Übeschlag auf 40 Metern. Und der Sessel-Kreis dreht sich natürlich auch noch. Noch etwas höher geht’s mit „Apollo 13“. Die Gondeln überschlagen sich hier sogar auf 55 Metern.

„Bellevue“ kommt wieder

Crange-Rückkehrer ist das 55 Meter hohe Bellevue-Riesenrad, das einige Besucher im vergangenen Jahr schmerzlich vermissten. Die bekannte Wildwasserbahn, die vollständig renoviert wurde, wird diesmal an einem anderen Standort stehen. „Die Standorte der Großfahrgeschäfte werden in diesem Jahr andere sein“, erklärt Kirmesarchitektin Sabine Marek.

Beim Thema Sicherheit setze die Stadt auf ihr bewährtes Konzept, sagt Eduard Belker vom Fachbereich Öffentliche Ordnung. „Wir arbeiten eng mit der Polizei zusammen und haben auch die aktuellen Geschehnisse im Blick.“ Trotzdem wolle man den Charakter eines Volksfestes beibehalten. „Wir werden keine Einlasskontrollen machen oder Zäune aufstellen.“