Es braucht Toleranz im Straßenverkehr

Der Studie „Verkehrsklima in Deutschland“ zufolge hat aggressives Verhalten im Straßenverkehr zugenommen. Christian Ehrecke, Vorsitzender des ADFC Herne, hat mit uns darüber gesprochen, wie die Situation für Radfahrer auf Herner Straßen ist.

1 Wie wird der Verkehr von Radfahrern wahrgenommen?

Das ist eine Entwicklung, die nicht jetzt erst auffällt. Sie wird verstärkt dadurch, dass immer mehr Leute mit dem Rad fahren. Es nervt aber schon sehr, wenn Autofahrer kein Verständnis haben. Oft halten sie zu wenig Abstand ein oder hupen, wenn wir ihnen im Weg sind.

2 Gibt es denn auch aggressive Radfahrer?

Letztendlich sind es ja die gleichen Menschen und wer sich beim Autofahren blöd verhält, wird dies auch beim Fahrrad fahren machen. Nur dass es beim Rad fahren einfacher ist, sich blöd zu verhalten, weil die Konsequenzen nicht so groß sind: wenn man zum Beispiel über den Gehweg fährt.

3 Wie beurteilen Sie die allgemeine Situation in Herne?

Es fehlt leider das Miteinander. Da ist viel Toleranz von beiden Seiten gefordert. Wenn ein Radfahrer unsicher ist, sollte der Autofahrer nicht verunsichert sein, sondern Rücksicht nehmen. Schließlich ist er der Stärkere. Im Gegenzug sollten Radfahrer auf die anderen Verkehrsteilnehmer achten, gerade beim Abbiegen. Auffällig ist, dass vor allem Lkw-Fahrer viel Rücksicht nehmen.