Erzieherin soll Kinder gefesselt und eingesperrt haben

Eine Erzieherin soll im katholische Kindergarten Im Pratort in Herne Kinder misshandelt haben.
Eine Erzieherin soll im katholische Kindergarten Im Pratort in Herne Kinder misshandelt haben.
Foto: ThinkStock
Eine Erzieherin des katholischen Kindergartens Im Pratort in Herne soll Kinder mit drakonischen Strafen gemaßregelt haben. Kollegen werfen ihr vor, Mädchen und Jungen unter anderem gefesselt und eingesperrt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen.

Herne. Der katholische Kindergarten Im Pratort wird von einem Skandal erschüttert: Nach Vorwürfen der Kindesmisshandlung wurden eine Erzieherin (29) und die Leiterin der Einrichtung (52) vom Dienst freigestellt. Das bestätigte Pfarrer Christian Gröne am Mittwoch gegenüber der WAZ.

„Ich bin zutiefst bestürzt und erschüttert“, sagte Gröne nach Bekanntwerden der Vorwürfe zur WAZ. Mitarbeiter der Einrichtung, die von der Gemeinde St. Elisabeth betrieben wird, hatten Alarm geschlagen. Deren Angaben zu Folge soll die Erzieherin die Kinder mit drakonischen Strafen gemaßregelt haben. Mädchen und Jungen sollen demnach unter anderem gefesselt und eingesperrt worden sein. Ob an den Vorwürfen etwas dran ist, müssten nun Polizei und Staatsanwaltschaft prüfen, so Gröne. Die Behörden seien eingeschaltet und hätten die Ermittlungen aufgenommen.

Stadtdechant ist bestürzt

Pfarrer Gröne ist Vorsitzender des Kirchenvorstands von St. Elisabeth und zugleich Stadtdechant, also Chef der katholischen Kirche in Herne. Der betroffene Kindergarten in Herne-Mitte gehört gemeinsam mit der evangelischen Tageseinrichtung „Unterm Regenbogen“ (Poststraße) zum ökumenischen Familienzentrum „Hand in Hand“.

Um den Kindergarten und die betroffenen Mitarbeiter bis zur Klärung der Vorwürfe zu schützen, seien die beiden Frauen von ihrem Dienst entbunden worden, so Gröne. Weitere Details will er mit Verweis auf das schwebende Verfahren nicht nennen. Er betont aber, dass die Gemeinde alles tun werde, damit der Fall restlos und rückhaltlos aufgeklärt werde: „Wir haben nichts zu verbergen“. Dass Kinder betroffen sein und gelitten haben könnten, „macht mich verrückt“, so der Pfarrer weiter.

 
 

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