Erinnerungen werden wach

Michael Muscheid
Foto: Archiv Piorr
Westfalia Herne gegen Wattenscheid 09 – da werden Erinnerungen wach. Am letzten Spieltag der Saison 1953/54 trafen die beiden Fußball-Vereine zu einem „Endspiel“ um den Aufstieg in die Oberliga West aufeinander.

Herne. Kurz vor Schluss gelang Stürmer Günter Grandt, Herner Amateur-Nationalspieler und Lehrer, das entscheidende 2:1. Westfalia war in die damals höchste Spielklasse aufgestiegen — und spielte dort fortan mit dem SV Sodingen.

Deutschlandweit Anfragen

Die Glanzzeiten aller genannten Vereine liegen nun auch schon ein paar Jährchen zurück, dass zumindest aber Westfalia und Wattenscheid derzeit überregional Beachtung finden, liegt an dem Verein vom Schloß Strünkede: Unter dem martialischen Titel „Apokalypse Blau“ schmeißt Westfalia für das letzte Heimspiel vor der Winterpause gegen Wattenscheid (Sonntag, 2. Dezember, 14.30 Uhr, Abisol-Arena) 10 000 Freikarten unters Volk (die WAZ berichtete). Der PR-Gag des Oberligisten, sagt Bernd Faust (Westfalia), trage Früchte. Die Freikarten, die in Kombination mit einem Einkauf in der Herner Innenstadt verteilt werden, würden langsam knapp. Und vor allem: Westfalia sei endlich wieder in aller Munde.

Deutschlandweit: So gebe es Anfragen nach Gratis-Tickets nicht nur aus dem gesamten Ruhrgebiet, sondern auch aus dem Kölner Raum, aus dem Sauerland sowie aus Nord- und Süddeutschland. Weggezogene Fans, so Faust, wollten extra für dieses Ereignis zurück in die Heimat. Westfalia will sich nicht lumpen lassen: „Wir brauchen den Zuspruch der Fans.“

4000 Zuschauer erwartet

Der Verein rechnet mit 4000 Zuschauern, auch Fernsehsender und überregionale Zeitungen hätten sich angekündigt. Wenn das Wetter wie erwartet trocken bleibe, sei sogar die maximal erlaubte Stadion-Kapazität von 5000 Zuschauern drin. Wegen des erwarteten großen Zuschauer-Andrangs ist die Abisol-Arena bereits ab 12.30 Uhr geöffnet, auf dem Baukauer Kirmesplatz gegenüber dem Stadion bietet der Verein bewachte Parkplätze an.

Übrigens: Die Kassen, betont Faust, seien wie an „normalen“ Spieltagen geöffnet. Ins Stadion kommen Fans nur mit Ticket – mit Freikarte oder gekaufter Karte. Gerade die Stammkundschaft, glaubt Faust, werde gegen Wattenscheid für den Eintritt aber zahlen.

Vor dem Anpfiff tritt die Herner Sängerin Laura Marie Petrowski auf. Westfalia hatte ein Porträt über die 18-Jährige in der WAZ gelesen – und kurzerhand engagiert.

Dafür fliegt sie aus England ein: Sie darf die Schulfahrt ihres Gymnasiums verkürzen.