Erben gesucht

Wer wird Nachfolger von Gerd Bollmann (2.v.re.)? Gehandelt werden für Parteivorsitz und/oder Bundestagsmandat u.a. (v.li.) Alexander Vogt, Anke Hildenbrand  und Michelle Müntefering . Foto: Uwe Möller
Wer wird Nachfolger von Gerd Bollmann (2.v.re.)? Gehandelt werden für Parteivorsitz und/oder Bundestagsmandat u.a. (v.li.) Alexander Vogt, Anke Hildenbrand und Michelle Müntefering . Foto: Uwe Möller
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Herne. Die SPD macht sich Gedanken über die Nachfolge von MdB und Parteichef Gerd Bollmann. Und die CDU-Arbeitnehmer (CDA) streiten über eine Pressemitteilung.

Eine These: Keine Partei diskutiert intern mit so viel Herzblut über Ämter und Mandate wie die SPD. Und auch bei den Herner Genossen wird hinter vorgehaltenem Parteibuch längst über eine Personalie gesprochen und vor allem spekuliert: die Nachfolge von Gerd Bollmann (63), der die Partei seit 2000 führt und Herne seit 2002 im Bundestag vertritt.

Aus Sicht einiger Genossen spricht vieles dafür, dass der oder die Nachfolgerin Bollmanns im Deutschen Bundestag nicht auch den Vorsitz in der Herner SPD übernehmen soll. Was ja in einer Volkspartei Sinn macht, weil man in Berlin (und erst recht in Brüssel) etwas weit ab vom Schuss ist. Hört man in die SPD hinein, so fallen zurzeit vor allem zwei Namen: MdL Alexander Vogt (32) für den Parteivorsitz, Ratsfrau Michelle Müntefering (31) für den Bundestag. Die beiden amtierenden stellvertretenden SPD-Vorsitzenden halten sich bisher bedeckt - wohl wissend, dass ein zu frühes Vorpreschen nicht gerne gesehen wird. Auch wenn bisher noch kein anderer Genosse den Hut in den Ring geworfen hat, geht man in der Partei davon aus, dass es für beide Wahlen mehr als einen Bewerber geben wird. Dass Alexander Vogt nicht unumstritten ist, hat er schon vor zwei Jahren bei seiner Landtagskandidatur erfahren müssen, als er sich parteiintern (knapp) gegen die Stadtverordneten Ulrich Klonki und Roberto Gentilini durchsetzte. Beim Blick aufs Vorstandstableau von Partei und Fraktion fallen einem aber noch weitere potenzielle Kandidaten für herausgehobene Positionen ein. Zum Beispiel: Anke Hildenbrand (48), Mitglied des Fraktionsvorstandes und Schatzmeisterin im Unterbezirk. Wie geht’s weiter? Der Fahrplan der Herner SPD sieht vor, dass nach der Sommerpause im Vorstand über den Vorsitz geredet wird. Die Wahl der neuen Parteispitze steht dann im Februar 2012 an. Anfang des kommenden Jahres soll dann auch offiziell über die Kandidatenlage für die Bundestagswahl gesprochen werden.

Als „unangemessen“ hatte CDU-Chefin Renate Sommer den nicht billigen Stadtempfang für den scheidenden Dezernenten Jan Terhoeven bezeichnet. Knapp drei Wochen später liefert diese Kritik noch immer Diskussionsstoff. Allerdings nicht in der Verwaltung oder bei den Bürgern, sondern in der Herner CDU, was einiges über den Zustand der Union aussagt. Hohe Wellen hat vor allem die Pressemitteilung des Vorsitzenden der CDU-Arbeitnehmer (CDA), Frank Gabel-Spohr, geschlagen, der Ratsfraktions-Chef Markus Schlüter heftig attackiert hatte. Das wiederum führte dazu, dass sich Spohr im 15-köpfigen Kreisvorstand der CDU-Arbeitnehmer heftiger Kritik ausgesetzt sah. Der CDA-Chef bestätigte dies auf Anfrage, schränkte aber ein, dass nur rund ein Drittel des Vorstands gegen seinen Vorstoß protestiert habe. Und auch das sagte Spohr: Sein Vorgehen in dieser Angelegenheit stimme mit der christlichen Soziallehre überein. Die Kritiker im CDA-Vorstand sollten doch lieber mal darüber nachdenken, ob sie noch in der richtigen Vereinigung seien. Fortsetzung folgt: In der kommenden Woche befasst sich die CDA erneut mit dieser Angelegenheit. Es gibt ja auch keine anderen Probleme. . .

 
 

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