Eltern wollen die James-Krüss-Schule in Herne-Süd erhalten

Die James-Krüss-Grundschule. Das 117 Jahre alte Gebäude ist stark sanierungsbedürftig.
Die James-Krüss-Grundschule. Das 117 Jahre alte Gebäude ist stark sanierungsbedürftig.
Foto: Ralph Bodemer
Unterschriftensammlung gegen die Pläne der Schulverwaltung, die eine Zusammenlegung mit der Flottmannschule plant

Herne..  Abnehmende Schülerzahlen haben in den vergangenen Jahren immer wieder dafür gesorgt, dass in Herne Schulen auslaufen oder zusammengelegt werden. Zuletzt war das in Horsthausen der Fall. Dort nahmen die Eltern die Pläne der Schulverwaltung ohne Proteste hin. Anders an der James-Krüss-Schule im Herner Süden, die in zwei Jahren zur Flottmannstraße umziehen und mit der Grundschule dort verschmelzen soll. Dort hat sich Widerstand formiert. „Die James-Krüss-Schule muss bleiben“, heißt es auf einer Unterschriftenliste, die schon über 500 Mal unterzeichnet worden ist. Derzeit besuchen 180 Schülerinnen und Schüler die Schule an der Düngelstraße.

Der Schulpflegschaftsvorsitzende Andreas Bollmann und Michaela Piechocki aus dem Förderverein haben als Sprecher der Elternschaft ihre Befürchtungen bereits Mitte November dem Schulausschuss unterbreitet, nachdem sie etwa zwei Wochen vorher bei einer Veranstaltung im Kulturzentrum informiert worden waren. Deutlich wurde schon damals: Die Eltern sind skeptisch aus mehreren Gründen.

„So eine große Schule ist nicht für alle Kinder das Richtige“, sagt Michaela Piechocki. Der ohnehin große Schritt vom Kindergarten in die Schule werde dadurch noch erschwert. Besonders hingen die Eltern aber am pädagogischen Konzept der James-Krüss-Schule, die sich u.a. mit dem Programm „Teamgeister“ um das soziale Miteinander bemühe und sich eine individuelle Förderung aller Kinder zum Ziel gesetzt habe. Das betreffe schwache Schüler, aber auch insbesondere hochbegabte Kinder, die aus ganz Herne und vereinzelt sogar Recklinghausen kämen. In jeder Klasse seien mehrere solcher Kinder vertreten, die besonders gefördert werden wollten, aber auch, weil sie als anstrengend gälten, eines besonderen Umgangs bedürften. Für Eltern hochbegabter Kinder gebe es ansonsten in Herne weder Beratung noch eine Selbsthilfegruppe.

Bewusste Schulwahl

„Viele Eltern haben sich bewusst für die James-Krüss-Schule entschieden“, fassen Michaela Piechocki und Andreas Bollmann zusammen, was auch auf sie zutreffe. Wichtig ist ihnen: „Wir sind nicht gegen die Flottmannschule.“ Man sei nur besorgt, dass das bewährte Konzept in einer zusammengelegten Schule nicht fortgeführt werden könne, weil nicht alle Lehrer dafür ausgebildet seien. Deshalb wollen die Eltern weiter Unterschriften sammeln, und auch ein Gespräch mit Oberbürgermeister Frank Dudda ist geplant.

Die James-Krüss-Schule und die Flottmannschule werden 2017/18 im Schulzentrum Herne-Süd zusammengelegt .

Die Hauptschule Hölkeskampring, die dort momentan noch angesiedelt ist, läuft aus.

Die Grundschulen Berliner Platz und Schulstraße fusionieren an der Neustraße.

 
 

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