Einfädeln auf der Bochumer Straße in Herne beinahe unmöglich

Barbara und Heinz Borg haben nichts gegen einen Radspur, nutzen sie sogar selbst. Aber zwei Meter Breite halten sie für übertrieben.Foto:Dietmar Wäsche
Barbara und Heinz Borg haben nichts gegen einen Radspur, nutzen sie sogar selbst. Aber zwei Meter Breite halten sie für übertrieben.Foto:Dietmar Wäsche
Foto: Dietmar Wäsche / WAZ Fotopool
Die provisorisch neu markierte Bochumer Straße sorgt einmal mehr für Kritik: Die Anwohner Barbara und Heinz Borg bemängeln die Ampelschaltung und die Einspurigkeit. Sie haben Probleme etwa bei der Ausfahrt aus der Feldkampstraße.

Herne.  Wenn Familie Borg an einem Werktag mit dem Auto in die Innenstadt fahren möchte, dann steht sie schon nach wenigen Metern vor einem Problem: Aus der Feldkampstraße kommend müssen sie eigentlich links auf die Bochumer Straße abbiegen. Seitdem die nur noch einspurig ist, sei das quasi unmöglich.

Das liege vor allem an einer kuriosen Ampelschaltung, die zuerst den aus der Innenstadt kommenden Autofahrern die Fahrt ermögliche. Wenn diese Autos dann vorbei seien, habe die Ampel aus Richtung Bochum aber zwischenzeitlich bereits auf grün geschaltet. „So ist immer Verkehr. Und wir haben keine Chance, uns einzufädeln. Das kann doch kein Zustand sein“, sagt Heinz Borg.

Genau diese Lösung sorge bei Anwohnern für große Probleme, berichtet Heinz Borg: „Als die Straße noch vierspurig war, hatten wir keine Probleme beim Abbiegen. Heute muss man sich schon sehr rabiat in Lücken quetschen. Das kann auch irgendwann mal schief gehen“, sagt der 69-Jährige. Seine Frau biege deshalb sogar meist zunächst rechts ab, um dann bei nächster Gelegenheit zu wenden. „Das nervt einfach! Mittlerweile gehe ich sogar ab und an zu Fuß, weil ich keine Lust habe, hier zu stehen“, sagt Marita Borg.

Nicht das einzige Problem

Bei weitem nicht das einzige Problem, mit dem sich Familie Borg an der Bochumer Straße konfrontiert sieht: „Die gestrichelte Linie am Radweg zeigt den Autofahrern, dass sie da auch drüber fahren dürfen“, sagt Heinz Borg. So komme es häufig vor, dass trotzdem vierspurig gefahren werde – der Radweg werde halt auch als Autospur genutzt. „Und das ist echt gefährlich. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis da mal was passiert“, sagt Marita Borg.

Es ist nicht so, dass die beiden Anwohner den Radweg an der Bochumer Straße grundsätzlich infrage stellen. Im Gegenteil: „Ich bin fast ausschließlich mit dem Fahrrad unterwegs und nutze auch die neue Radspur“, sagt Marita Borg. „Aber muss sie wirklich zwei Meter breit sein? Man muss als Radfahrer doch nicht unbedingt überholen.“ Für Autofahrer Heinz Borg ist der zwei Meter breite Radweg sogar eine Provokation.

Familie hat auch Lösung parat

Familie Borg meckert aber nicht nur, sie hat auch schon eine Lösung für die Probleme parat: „Ganz einfach. Wir brauchen eine vierspurige Straße mit etwas schmaleren Radwegen an den Seiten. Der Radweg würde bleiben, die Autofahrer wären entlastet, und wir kämen endlich wieder ohne Probleme aus unserer Straße raus. Damit wäre dann doch allen geholfen!“

 
 

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