Ein Zuhause für Mensch und Fledermaus in Herne

Sarah Sherwin (l.)und Norbert Kilimann überreichten Robert und Sonja Biebel die Plakette.
Sarah Sherwin (l.)und Norbert Kilimann überreichten Robert und Sonja Biebel die Plakette.
Foto: Ralph Bodemer
Nabu NRW zeichnet das erste Fledermaus-freundliche Haus in Herne aus. Garten und Hauswand bieten Unterschlupf.

Herne.  Das Haus des Ehepaars Biebel ist eines von vielen auf der Bismarckstraße: geklinkerte Fassade, kleine Blumenbeete vor der Haustür und ein kleiner Garten. Und doch ist es etwas Besonderes. Es sticht hervor mit seinem Wein-bewachsenen Giebel und den buschigen Fruchtsträuchern, dem kleinen Fischteich, den unzähligen Insektenhotels und Nistkästen im Garten. Vor einer Weile ist einer hinzu gekommen: ein Fledermauskasten. Denn die Biebels wollen in ihrem Garten auch diese Tiere willkommen heißen.

„Dieser Garten ist die reinste Idylle im Großstadt-Dschungel“, sagte Norbert Kilimann, Vorsitzender des Herner Naturschutzbundes (Nabu) beim Hausbesuch am Mittwochnachmittag. Das Ehepaar mache alles richtig und gebe Insekten, Vögeln – und hoffentlich bald auch Fledermäusen – ein Zuhause. Für dieses Engagement verlieh ihnen Sarah Sherwin vom Nabu NRW nun die Auszeichnung „Fledermaus freundliches Haus“.

„Wir zeichnen jetzt schon im dritten Jahr Häuser in NRW aus, die besonders Fledermaus-freundlich sind“, erklärte Sherwin. 240 seien es bis dato an der Zahl – und seit neuestem stehe eines davon in Herne. Ziel des Projekts sei es, die Akzeptanz für die Säugetiere zu steigern: „Es ranken sich leider noch immer so einige Mythen um Fledermäuse. Wir wollen zeigen: Fledermäuse und Menschen können gut miteinander leben.“

Keine Fledermäuse ohne Insekten

Alles, was es dafür brauche, sei ein natürlicher Garten und Unterschlupf für die Tiere, erklärte Kilimann weiter. Nur, wenn es Lebensraum für Insekten gebe – in Ritzen in Holzstapeln oder in einem Brennnesselbusch, zum Beispiel – sei auch genug Nahrung für Vögel und Fledermäuse vorhanden. „Das aktuelle Insektensterben in NRW ist fatal“, mahnte er.

„Mensch und Natur müssen zusammen leben“, stimmte ihm Robert Biebel zu. Der Mensch brauche schließlich die Natur, die Natur den Menschen aber nicht. Er sei schon immer gern draußen gewesen. Auch seine Frau beschäftige sich gern mit ihrer Umwelt. „Ich lese regelmäßig den Nabu-Newsletter, und als ich gelesen habe, dass man sich als Fledermaus-freundliches Haus bewerben kann, musste ich gar nicht lange überlegen“, sagte sie am Mittwoch im Pressegespräch.

Natur und Tiere um sich herum zu haben, tue einfach gut. Sie sitze gern im Garten und beobachte das Treiben der Bienen, Vögel und Eichhörnchen.

Weitere Informationen zur Aktion „Fledermaus freundliches Haus“ gibt es auf der Seite des Naturschutzbundes NRW unter: www.nrw.nabu.de.

 
 

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