Ein Lob der neuen Leichtigkeit

Foto: Haenisch / waz fotopool

Wanne-Eickel.. Neun Monate lang musste die Evangelische Kirchengemeinde in Eickel auf ihr angestammtes Gotteshaus verzichten. Die Johanneskirche wurde von Grund auf renoviert, umstrukturiert und technisch auf den neuesten Stand gebracht. Nun nimmt die Gemeinde, nachdem sie ein dreiviertel Jahr lang ihre Gottesdienste im Gemeindehaus an der Richard-Wagner-Straße gefeiert hat, wieder in der Kirche Platz.

Das Kirchenschiff ist durch die neue Farbgestaltung erheblich heller geworden. Die prägenden Säulen sind durch feine, horizontale Linien im Quaderabstand rhythmisiert. Und ein Terrakotta-Ton, lasierend aufgetragen, verleiht den tragenden Elementen der Architektur eine lange vermisste freundliche Leichtigkeit. Die Lasurtechnik gibt auch dem floralen Schmuck der Kapitelle bisher unbekannte Plastizität. Sandstein-beige, ein helles Taubenblau und sparsam verwendetes, doch akzentuierendes Gold machen die neue Farbigkeit in der Johanneskirche zu einem schönen Erlebnis.

Davon schwärmten auch die Besucher, die am Donnerstagabend in das Gotteshaus eingeladen waren. Die beiden Pfarrer der Gemeinde, Jörg Zogass und Arno Wittekind, begrüßten an der Modernisierung beteiligte Handwerker, ehrenamtliche Helfer und Sponsoren der Baumaßnahme. Zu den Gästen zählte auch Reiner Rimkus, Superintendent des Kirchenkreises – und somit gewissermaßen auch ein Sponsor. Denn der Kirchenkreis hat mit 250 000 Euro fast die Hälfte zur gesamten Investitionssumme dazu gegeben. Rimkus: „Der Kirchenraum hat enorm gewonnen. Er ist nun licht und freundlich.“ Der Superintendent lobte darüber hinaus, dass die Gemeinde bei der Planung der neuen Beleuchtung mit LED-Lampen und bei der ebenfalls erneuerten Heizungsanlage energiebewusst gehandelt hat. „In diesen Zeiten, wo bei uns das Geld immer knapper wird, ist es natürlich wichtig, die Betriebskosten niedrig zu halten“, so Rimkus. Die schlicht-eleganten Leuchten fügen sich perfekt in das Gestaltungskonzept ein. Entworfen und installiert hat sie Gisbert Bröker – ein „Kind“ der Eickeler Gemeinde. „Wir haben, wo es möglich war, Herner Firmen bei der Baumaßnahme berücksichtigt“, sagte Arno Wittekind. Darauf hätte auch Architektin Ellen Klingelhöfer, die die Bauleitung hatte und die einzelnen Gewerke koordinierte, stets ein Auge gehabt. Als besonderen Verdienst der Architektin hob Jörg Zogass hervor: „Ihr ist es gelungen, auch dadurch die Kosten niedrig zu halten, dass sie die vielen ehrenamtlichen Helfer aus der Gemeinde sinnvoll eingebunden hat.“ Und derer gab es viele. So war zum Beispiel Manfred Schnarre, der Vorsitzende des Eickeler Männerdienstes, in den vergangenen Monaten im ehrenamtlichen Dauereinsatz. Sei es, als es galt, die Kirchenbänke nach Hordel auszulagern oder Konstruktionsholz anzustreichen.

Hervorragend gelungen ist auch die Tontechnik in dem Gotteshaus. So werden nicht nur konventionelle Lautsprecher eingesetzt , sondern digitale Klangsysteme, die auf den Raum-Hall der Kirche abgestimmt sind und gerade älteren Menschen optimales Hören ermöglichen.

Den jungen Gottesdienstbesuchern wird ab sofort die Raum-Abtrennung aus Glas und Stahl im Bereich unter der Orgel zu gute kommen. Kleine Kinder können dort spielen, während sich ihre Eltern und der Rest der Gemeinde in Ruhe der Feier widmen.

Da Johannes der Täufer bei der Benennung der Eickeler Kirche Pate stand, machte es Sinn, dass der Taufstein im Rahmen der Umgestaltung aus der Ecke an einen zentralen Punkt vor den Altarraum gerückt wurde. Die drei Stufen davor sind nun die einzigen im Kirchenschiff, das neuerdings über einen ebenen Fußboden ohne Stolperfallen verfügt.

Am Sonntag um 10 Uhr findet ein Eröffnungsgottesdienst in der Kirche statt. Dabei gibt es für die Gemeinde auch ein Wiedersehen mit ihrem ehemaligen Pfarrer Harald Mallas.

 
 

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