Ein Fluss als Quell der Inspiration

Zurück zur Natur: die Emscher. Sie inspiriert auch Künstler und Kulturschaffende. Foto: Lars Fröhlich
Zurück zur Natur: die Emscher. Sie inspiriert auch Künstler und Kulturschaffende. Foto: Lars Fröhlich
Foto: WAZ FotoPool
Das im Voraus prämierte Literaturprojekt „An der Emscher entlang schreiben“ soll 2013 starten. Herne ist eine von acht beteiligten Städten. Welche Herner Schüler an der Erzählung mitschreiben, steht noch nicht fest.

Herne..  Einst galt die Emscher als stinkende Kloake. Ihr Ruf beginnt sich zu wandeln, seit der Fluss Stück für Stück renaturiert wird. Der Emscher-Landschaftspark entwickelt sich zum gemeinsamen Freizeitareal des Reviers. Die Emscherkunst mit ihren Skulpturen ist eines der größeren Kunstprojekte im öffentlichen Raum. Und demnächst hat auch die Literatur etwas zur Emscher zu sagen. „An der Emscher entlang schreiben“ heißt ein Schreibprojekt, das bereits mit Vorschusslorbeeren bedacht worden ist. Beim Wettbewerb „Kooperation Ruhr - Den Wandel gestalten“ gehörte es jetzt zu den prämierten Projekten. Mit 10 000 Euro Preisgeld kann das Konzept Gestalt annehmen.

Die Idee: In Schreibwerkstätten schreiben Schülerinnen und Schüler in acht Städten je ein Kapitel einer gemeinsamen Erzählung. „Unter Anleitung eines Autors oder einer Autorin entsteht so sukzessive eine Gesamterzählung mit Handlungsorten entlang der Emscher“, heißt es in der Projektbeschreibung. „Es soll noch in diesem Jahr eine Auftaktveranstaltung geben“, kündigt Sarah Meyer-Dietrich an.

Schulen reichen Staffelstab weiter

Die Geschäftsführerin des Friedrich Bödecker-Kreises NRW vertritt eine der drei Institutionen, die das Projekt initiiert haben. Ihre Partner sind der Verein Emscher-Freunde und die Landesarbeitsgemeinschaft Jugend und Literatur NRW. „Im nächsten Jahr sollen die Schreibwerkstätten starten“, sagt Meyer-Dietrich zum Projekt. „Es beginnt in Dortmund, läuft die Emscher entlang und endet in Dinslaken.“ Beteiligt sind neben den genannten Städten auch Castrop-Rauxel, Herne, Essen, Bottrop, Gelsenkirchen und Oberhausen. Jede Schule reiche der nächsten den Staffelstab weiter, wobei die Schulen noch nicht ausgewählt seien. Es ist daran gedacht, neunte Klassen anzusprechen. „Die haben schon einen Einblick in viele Dinge und können gut formulieren.“ Damit ein roter Faden gewährleistet erkennbar ist, werden zwei Autoren die Schreibwerkstatt leiten.

Exkursionen in die Natur

Doch bevor die Worte fließen, sollen Exkursionen an die Emscher die Jugendlichen inspirieren. Wie sieht die Emscher aus? Stinkt sie noch? Wie ist die Natur? Was gibt es an Technik? „Wir wollen viel Material anbieten“, sagt Sarah Meyer-Dietrich, „über die Vergangenheit wie über die Zukunft. Eventuell werden wir auch Referenten heranziehen.“ In einem zweiten Schritt werden die Inspirationen zu einer Erzählung verdichtet.

Und damit die Anwohner der Emscherregion davon erfahren und sich selbst mit dem Wandel auseinandersetzen, ist nicht nur eine Buchpublikation geplant, sondern auch eine Lesereise von der Mündung zur Quelle. Finanziert wird das Projekt natürlich nicht nur aus dem Preisgeld. Die Emschergenossenschaft unterstützt es, weitere regionale Sponsoren sind willkommen. Die Nominierungskommission des Wettbewerbs „Kooperation Ruhr“ war jedenfalls schon überzeugt: „Eine schöne Bildungskooperation von Vereinsseite, bei der sogar die verschiedenen Regierungsbezirke zusammen arbeiten.“

 
 

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