Ein Bummel über die Kirmes ist kein preiswertes Vergnügen

Familie Bolsmann beim Kirmesbummel.
Familie Bolsmann beim Kirmesbummel.
Foto: FUNKE Foto Services / Klaus Pollkläsener
  • Eine Fahrt mit vier Personen im Riesenrad kostet 20 Euro
  • Auch Essen und Trinken können satt zu Buche schlagen
  • Doch man kann die Kosten mit einfachen Mitteln begrenzen

Herne.. Die Cranger Kirmes ist das größte Vergnügen in der Stadt. Allerdings steht auch fest: Sie ist sicherlich kein preiswertes Vergnügen. Es wird genug Familien geben, die schon einige Zeit vor der Eröffnung ein wenig Geld für den Spaß beiseite legen. WAZ-Redakteur Tobias Bolsmann hat beim Rundgang mit der Familie mal etwas genauer auf die Bewegungen im Portemonnaie geachtet. Der Besuch und die Ausgaben erheben keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Wir machen uns mit Viola (sechseinhalb) und Jacob (dreieinhalb) auf den Weg und starten am Riesenrad. Auf diese Fahrt haben wir uns alle gefreut. Mit der Gondel auf rund 60 Meter hinaufzufahren und einen Blick nicht nur über die Kirmes, sondern auch über das Ruhrgebiet zu haben: Das ist ein echter Höhepunkt. Und es ist – wie sich später offenbaren wird – der Ausgaben-Höhepunkt: 20 Euro kostet die Fahrt für die ganze Familie. Das ist, je nach Budget, ein dicker Posten.

Der nächste Stopp dagegen ist kostenlos: Die Kinder haben viel Spaß an einem Zerrspiegel. Minutenlang betrachten sie sich. Als Vater hatte ich die Kinderachterbahn ein paar Meter weiter ganz fest als Ausgabenposten eingeplant. Dort saß Viola schon im vergangenen Jahr drin, auch bei einem kleinen Rummel im Frühjahr in Bochum drehte sie eine Runde damit. Doch dieses Vergnügen will sie sich für später aufheben. Auch unser Hinweis, dass wir vielleicht gar nicht mehr dort hinkommen, ändert ihre Meinung nicht. Erstaunlich.

Dafür geht es mit beiden Kindern zusammen auf das Kinderkarussell „Crazy Clown“. Sechs Euro, das ist ein vergleichsweise günstiges Vergnügen. Mit fünf Euro schlägt anschließend mein eigener Appetit zu Buche. Backfisch mit Remoulade ist Pflicht für mich auf der Kirmes.

So sehr ich den Kindern ihr Kirmes-Vergnügen auch gönne: Der nächste Stopp ist für mich ein Ärgernis: Entenangeln. Sieben Euro für 22 Enten (jeder elf) bezahlen wir. Als Gewinn erhalten Viola und Jacob Plastikspielzeug der simpelsten Machart. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass ich in früheren Jahren gerne auf die Basketballkörbe geworfen und ebenfalls Plastik mit nach Hause genommen habe. Diesmal verzichte ich.

Nächster Halt: Autoscooter. Obwohl ich mit beiden Kindern nur je eine Fahrt mache, kaufe ich auf Vorrat einen dritten Chip. Das ist preiswerter, und es kommt ja noch der Familientag...

Während Jacob genug Runden gedreht hat, steigt Viola noch in ein Kettenkarussell.

Bei Speisen und Getränken hält sich dieser Nachmittag in einem überraschend überschaubaren Rahmen: Pommes, ein Brötchen und ein Kirmeseis für die Kinder, ein Flammkuchen und ein Cappuccino für die Eltern. Hinzu kommen zweimal 50 Cent für die Toilette.

Macht in der Addition 59,50 Euro.

Kosten können mit einfachen Mitteln etwas begrenzt werden

Viele Familien müssen auch auf der Kirmes rechnen. Um die Ausgaben zu begrenzen und trotzdem reichlich Spaß zu haben, gibt es ein paar leicht umsetzbare Möglichkeiten. Bei der Anreise mit dem Auto kann man einen kostenlosen Parkplatz suchen. Die mögliche Folge kann aber ein längerer Fußweg zum Festplatz sein. Wenn man sicher ist, dass man an einem anderen Tag wieder kommt und die Kinder auf das selbe Fahrgeschäft wollen, kann man Chips auf Vorrat kaufen. So wird es insgesamt preiswerter. Getränke selbst mitbringen – was dann zu Lasten des Umsatzes der Schausteller geht. Trotz des Wetters den heutigen Familientag nutzen! Die Schausteller machen fast ausnahmslos Sonderangebote.

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen