Ein aufregendes Konzertereignis

Bernd Nickel
Kantor Wolfgang Flunkert ist bei der Friedensmesse „The Armed Man“ am Sonntag, 4. März, in der Herner Kreuzkirche federführend. Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Kantor Wolfgang Flunkert ist bei der Friedensmesse „The Armed Man“ am Sonntag, 4. März, in der Herner Kreuzkirche federführend. Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
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Eine ungwöhnliche Friedensmesse von Karl Jenkins läutet am 4. März die Herner Friedenswoche ein. Es folgen zahlreiche weitere Veranstaltungen.

Herne. Dass der Ruf des Muezzin in einer Kirche ertönt, ist für viele Christen ein Aufreger. Aber nicht nur deshalb steht in der Herner Kreuzkirche ein aufregendes Konzertereignis bevor: Unter der Leitung von Kreiskantor Wolfgang Flunkert wird dort am Sonntag, 4. März, um 18 Uhr die Friedensmesse „The Armed Man“ des Komponisten Karl Jenkins aufgeführt. „Und Teil dieser Friedensmesse ist eben auch, dass der islamische Gebetsruf erklingt. Das wird bei uns der Imam der Herner Ditib-Moschee, Ali Riza Yavuz, übernehmen“, sagt Wolfgang Henke, Pfarrer der Evangelischen Kreuzkirchengemeinde.

Bei der Aufführung des Werkes in Berlin habe es wegen des islamischen Gebetsrufes Proteste gegeben, erzählt er. Daraufhin seien die Veranstalter vom Berliner Dom ins Konzerthaus am Gendarmenmarkt ausgewichen. Henke: „Solche Probleme erwarte ich bei uns nicht. Der Gebetsruf ist schließlich ein wichtiges Element dieser Friedensmesse, die den Dialog der Religionen und die Schrecken der Konflikte zwischen Muslimen und Christen thematisiert.“

In London uraufgeführt

Der 1944 geborene Brite Karl Jenkins hat seine Messe unter dem Eindruck der Kriegsereignisse im Kosovo geschrieben. Im April 2000 wurde das Werk in London uraufgeführt.

Außer dem Imam wirken bei dem Konzert mit: die Kantorei der Evangelischen Kreuzkirche Herne, ein 43-köpfiges Orchester sowie die Solisten Andrea Heider (Sopran), Heike Bader-Mutz (Alt), Arno Bovensmann (Tenor) und Bernhard Effern (Bariton).

„Am Anfang stand nur die Idee zu dem Konzert, dann aber haben wir erkannt, wie schön und wichtig es wäre, die Kernaussage des Werkes über begleitende Veranstaltungen noch näher zu bringen“, sagt Henke. In Kooperation mit dem Eine-Welt-Zentrum sei schließlich ein Programm entstanden, dessen einzelne Veranstaltungen nun unter dem Titel „Herner Friedenswoche“ zusammengefasst sind.

Markus Heißler vom Eine-Welt-Zentrum nennt Details: „Es wird eine Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Afghanistankrieg geben, für die wir unter anderem Karla Schefter, die Leiterin des Chak-e-Wardak-Hospitals in Afghanistan, gewinnen konnten.“ Außerdem werde der renommierte Alttestamentler Jürgen Ebach von der Ruhr-Universität über „Biblische Einsichten und Herausforderungen zum Thema Frieden“ referieren.

Eine themenorientierte Begegnung innerhalb der etablierten Reihe „Christlich-Islamische Gespräche“, ein interreligiöses Frühstück für Frauen und Aufführungen des Theaterstücks „Lebensspiel – Ruanda“ mit Andreas Peckelsen komplettieren das Programm der Friedenswoche.

Das Programm der Friedenswoche: Sonntag, 4. März: Konzert The Armed Man, 18 Uhr, Kreuzkirche, Eintritt 13 Euro, Kartenvorverkauf bei Koethers & Röttsches sowie im Gemeindebüro, Schulstraße 14.
Dienstag, 6. März: Nichts ist gut in Afghanistan, 19.30 Uhr, VHS im Kuz, Willi-Pohlmann-Platz 1.
Donnerstag, 8. März: Biblische Einsichten und Herausforderungen zum Thema Frieden, 19.30 Uhr, Ludwig-Steil-Haus, Schulstraße 14.
Dienstag, 13. März: Christlich -Islamische Gespräche, 19 Uhr, VHS im Kulturzentrum.
Donnerstag, 15. März: Lebensspiel Ruanda, 19.30 Uhr, VHS im Kuz, Eintritt 4 Euro.
Freitag, 16. März: Lebensspiel Ruanda (für Schulklassen Sekundarstufe II), 11 Uhr, VHS im Kuz, Eintritt 2 Euro.
Samstag, 17. März: Interreligiöses Frauenfrühstück, 10 Uhr, Ludwig-Steil-Haus, Schulstraße 14.