Ehemaliger Sodinger Bunker in Herne öffnet für die Kunst

Der Herner Künstlerbund stellt im ehemaligen Bunker in Sodingen aus.
Der Herner Künstlerbund stellt im ehemaligen Bunker in Sodingen aus.
Foto: WAZ FotoPool
Ein Netzwerk von Künstlern aus dem Ruhrgebiet zeigt die Ausstellung „Neue Perspektiven“ in Herne. Das Projekt soll die Idee von Ruhr 2010 auch drei Jahre später weiter entwickeln

Herne..  Das Netzwerk von Künstlerbünden aus dem Ruhrgebiet präsentiert unter der organisatorischen Leitung des Herner Künstlerbundes ab Sonntag im ehemaligen Luftschutzbunker in Sodingen die Ausstellung „Neue Perspektiven“. Es ist nach dem ehemaligen Ostwall-Museum in Dortmund, dem alten Polizeipräsidium in Bochum und dem Trapez in Bottrop die vierte Ausstellung unter dem Obertitel „Urbane Räume. Interventionen 2013“. In der Nachfolge der Kulturhauptstadt 2010 sollen noch einmal ungewöhnlichen Orte im Ruhrgebiet für die Kunst erobert werden.

Noch einmal wird so der Hochbunker in Sodingen zur Ausstellungshalle, bevor er wieder für die Öffentlichkeit geschlossen wird. Eine Jury hat aus den 29 Bewerbungen 28 Künstler und Künstlerinnen aus der Region ausgewählt, ihre Werke in den schroffen Räumen der Bunkeranlage zu zeigen.

Nur wenige Künstlerinnen und Künstler sind mit Objekten und Installationen vertreten. Edelgard Sprengel lässt ihre Installation „Bildung – Schlüssel zur Integration“ vom Wand in den Raum wachsen. Regine Strehlow-Lorenz wird ihre Arbeit „Buch-en“ mit Hilfe der Besucher, die aufgefordert werden, am 29. September alte Bücher mitzubringen, erweitern.

Leider haben nur wenige Ausstellende formal oder thematisch auf die vorgegebene Architektur des Bunkers reagiert. Eine Ausnahme ist Christian Gode, der mit seinem Fotoobjekt eine Ecke des Raums betont. Lisa Lyskava zeigt unter dem Titel „ZeitZeichen“ eine eindruckvolle Videoprojektion. Sie hat die Ausstellung „KinderKunst und Bunkergeschichte“ des Herner Künstlerbundes im Sodinger Bunker 2012 beobachtet und künstlerisch dokumentiert. Schade ist, dass nur wenige Künstlerinnen und Künstler mit ihren Arbeiten direkt auf die Architektur und besondere Atmosphäre des Ausstellungsraums reagiert haben. Neue Perspektiven eröffnet eine solche Ausstellung für die Kunst oder den Raum leider keine.

 
 

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