Duo aus Herne nutzte prominente Namen für Bestellungen

Schauplatz: das Landgericht in Bochum.
Schauplatz: das Landgericht in Bochum.
Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services
Zwei Wanne-Eickeler stehen vor dem Landgericht. Sie sollen mit gefälschten Konten gehandelt haben. Dabei haben sie prominente Namen benutzt.

Herne.  Monatelang sollen ein Wanne-Eickeler (46) und sein Stiefsohn (28) mit gefälschten Ebay-Konten eine dreiste Betrugsserie verübt haben. Laut Anklage wurde dazu sogar auch der Name von Oberbürgermeister Frank Dudda missbraucht. Seit Montag steht das Duo in Bochum vor Gericht.

Angeklagt ist eine skrupellose Trickbetrugsmasche im Namen von Lokalpolitikern und Toten. Neben dem von Frank Dudda sollen die mutmaßlichen Betrüger auch die Namen von Hernes CDU-Chef Markus Schlüter und von Castrop-Rauxels Ex-Bürgermeister Johannes Beisenherz für Ebay-Auktionen verwendet haben.

Unter den zuvor von ihnen selbst erstellten Mitgliedskonten „dudda1963“, „mschlueter1968“ und „jobeis“ kauften oder verkauften Vater und Stiefsohn laut Anklage in Serie Tickets für Top-Spiele der Bundesligisten FC Schalke 04, Bayern München oder Dortmund.

Bezahlt wurde unter missbräuchlicher Verwendung von fremden Pay-Pal-Konten. Geliefert wurde die Ware in aller Regel an leer stehende Wohnungen in Wanne-Eickel. Hier soll das Duo zuvor extra die Briefkästen mit Werbung voll gestopft und durch zusätzliches Aufkleben der Bestellernamen so präpariert haben, dass sie problemlos ohne Schlüssel an die Post gelangen können. Nach Erhalt der Karten sollen sie die Tickets an Dritte weiterverkauft haben.

Es geht um 40 Betrugsfälle

Insgesamt geht es vor der 2. Wirtschaftsstrafkammer um 40 Fälle des Betrugs beziehungsweise Computerbetrugs. Bei der Order von Fußball- und Formel-1-Karten, Konzerttickets und Wertgutscheinen sollen die zwei Wanne-Eickeler auch häufig verfälschte Ebay- oder Pay-Pal-Accounts mit den Namen von kürzlich Verstorbenen eröffnet haben. Geschädigt sind laut Anklage vor allem die (nichts ahnenden) Inhaber der belasteten Pay-Pal-Konten sowie der Bezahldienst selbst. Der entstandene Schaden liegt in diesem Fall deutlich über 10 000 Euro.

Zum Prozessauftakt haben sich die Angeklagten vorerst noch nicht selbst geäußert. Ihr Verteidiger Heinrich Kill deutete jedoch bereits an, dass Vater und Stiefsohn umfassend „an der Aufklärung des Sachverhalts mitarbeiten wollen“.

 
 

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