DRK warnt vor Blut-Engpass auch in Herne

Mit dem Blutspendemobil wirbt das DRK direkt in der Fußgängerzone um den roten Lebenssaft. So wie hier 2013: DRK-Mitarbeiter Daniel Bergmann bittet Sandra Montere Rojano zum Aderlass.
Mit dem Blutspendemobil wirbt das DRK direkt in der Fußgängerzone um den roten Lebenssaft. So wie hier 2013: DRK-Mitarbeiter Daniel Bergmann bittet Sandra Montere Rojano zum Aderlass.
Foto: WAZ Fotopool
Das DRK warnt vor einem Engpass an Blut-Konserven: Die Reserven reichen nur noch für einen Werkttag. Unterschiedliche Lage an den Krankenhäusern.

Herne..  Der Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuz (DRK) warnt vor einem Engpass an Blutkonserven. Man habe für den gesamten Regierungsbezirk Arnsberg nur noch Reserven für einen Werktag, das entspricht etwa 1000 Blutkonserven, sagt Sprecher Friedrich-Ernst Düppe.

Zum Verfahren: Nach einer Blutspende landet die Blutkonserve zunächst in einem allgemeinen Pool. Von dort aus wird das Blut an Kliniken und Arztpraxen im gesamten Regierungsbezirk verteilt. „Das kann momentan echt eng werden. Es kriegt der das Blut, der am lautesten schreit“, sagt Düppe zur WAZ.

Im Evangelischen Krankenhaus (EvK) an der Wiescherstraße gibt es tatsächlich stellenweise Engpässe. Das bestätigt Prof. Friedrich Jockenhövel auf Anfrage der WAZ. Probleme gebe es vor allem bei einem negativen Rhesusfaktor. Den haben nur 15 Prozent der Bevölkerung, dementsprechend selten seien auch die passenden Blutspender. „In Ausnahmesituationen müssen wir auch einem Patienten mit negativem Rhesusfaktor eine Blutkonserve mit positivem Faktor geben“, sagt der Chefarzt der Inneren Medizin im EvK. Bei Frauen im gebärfähigen Alter dürfe das nicht gemacht werden, bei anderen Patienten sei dieses Verfahren nicht ideal, aber möglich.

Nach Weihnachten komme es häufig zu Engpässen. „Im Prinzip sind seit Mitte Dezember bis heute keine neuen Spenden hinzugekommen“, sagt Jockenhövel. Schlimmer sei die Situation aber meist in den Sommerferien. „Wir mussten auch schon eine Hüftoperation verschieben, weil nicht genügend Blutkonserven da waren.“ Für den Notfall lagern aber immer knapp vier Blutkonserven jeder Blutgruppe im Evangelischen Krankenhaus.

Klinik hat eigenes Blutdepot

Ganz anders sieht die Situation am St.-Anna-Hospital in Wanne-Nord und dem Marienhospital am Hölkeskampring aus. „Die Versorgung mit Blutkonserven ist jederzeit gewährleistet“, sagt Alexandra Witte-Lack. Die Laborleitung der St.-Elisabeth-Gruppe, zu der beide Kliniken gehören, betont, dass es momentan keine Engpässe gebe. Im klinikeigenen Blutdepot würden Blutkonserven in ausreichender Menge gelagert. Diese richte sich nach der Anzahl der Patienten und deren Erkrankungen. „Die Menge der Blutkonserven wird regelmäßig überprüft und angepasst.“ Im Einzelfall entscheide ein Arzt, ob bei einer Blutarmut die Gabe von Medikamenten oder eine Bluttransfusion sinnvoller ist. „Indiziert ein Arzt die Gabe einer Bluttransfusion, ist sichergestellt, dass diese auch gegeben werden kann“, sagt Alexandra Witte-Lack. Und: „Es gibt aktuell keinen Grund, die Blutkonserven zurückzuhalten.“

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