Drei Bürger stellen ihren Lieblingsort in Holthausen vor

Harald Beisemann hat in der 80er-Jahren für den Erhalt  des Landschaftsschutzgebiets Langeloh gekämpft. Es ist sein Lieblingsort in Holthausen.
Harald Beisemann hat in der 80er-Jahren für den Erhalt des Landschaftsschutzgebiets Langeloh gekämpft. Es ist sein Lieblingsort in Holthausen.
Foto: WAZ FotoPool
Drei Bürger aus Holthausen präsentieren - im Rahmen der Stadtteilserie der WAZ - ihren ganz persönlichen Lieblingsplatz im Ortsteil: Harald Beisemann, Hannelore Kritaras und Wolfgang Pfeiffer.

Herne. Drei Bürger aus Holthausen präsentieren ihren ganz persönlichen Lieblingsplatz im Ortsteil: Harald Beisemann, Hannelore Kritaras und Wolfgang Pfeiffer.

Das Langeloh

Das Langeloh ist Harald Beisemanns Lieblingsort in Holthausen. Ein Ort, für den der 66-Jährige auch bereit ist zu kämpfen - so wie in den 80ern, als er in einer Bürgerinitiative erfolgreich für den Erhalt des Naturschutzgebietes und gegen den Bau einer Umgehungsstraße gekämpft hat.

„Vergleichbares Grün findet man in Herne nicht“, schwärmt der Anwohner der Holthauser Straße. Schon mit seinem Vater sei er einst im Langeloh und am Gysenberg spazieren gegangen, erzählt der gebürtige Herner. Bereits damals habe es ihn beeindruckt, dass es in einer dicht besiedelten Stadt ein solches Naherholungsgebiet gibt. Grund genug für den langjährigen Geschäftsführer der Barmer, mit seiner Familie von Herne-Süd nach Holthausen zu ziehen.

Heute ist das Langeloh für Beisemann zusätzlich eine Art Trainingslager: „Hier bereite ich mich auf meinen jährlichen Wanderurlaub mit Freunden in Schottland vor“, lacht der verheiratete Vater eines Sohnes (43) und einer Enkeltochter (19).

Jenseits der Stadtgrenzen hat Beisemann übrigens auch einen Lieblingsort: die jeweilige Heimstätte des FC Schalke. Schon seit den Zeiten in der Glückauf-Kampfbahn hält er Blau-Weiß die Treue und begleitet den Verein bisweilen auch auswärts - zuletzt zum Spiel bei Chelsea London. Seine einstige Liebe zu Westfalia Herne sei dagegen - aus nahe liegenden Gründen - etwas erkaltet.

Il Gelato

Hannelore Kritaras (58) muss sich ihren Lieblingsort mit sehr, sehr vielen Bürgern „teilen“, denn: Ihr Eiscafé Il Gelato genießt auch über die Ortsteilgrenzen hinaus einen tollen Ruf.

Seit 1993 sorgen die gelernte Friseurin und ihr griechischer Ehemann (57) in Holthausen jährlich für die Eiszeit. Auf den Trichter bzw. die Kugel habe sie der Schwager gebracht, erzählt die gebürtige Dortmunderin. „Die Schwester meines Mannes ist mit einem Italiener verheiratet, der in Remscheid ein Eiscafé hat.“ Diese habe dann ihren Mann Georg „ausgebildet“. Und das offenbar sehr gut, wie die Lobeshymnen auf Il Gelato und die sommerlichen Schlangen entlang der Castroper Straße nahe legen.

Am Sonntag öffnet das Eiscafé zum letzten Mal vor der Winterpause. „Unsere Stammgäste kommen am letzten Tag immer mit Tuppertöpfen“, berichtet Hannelore Kritaras.

Hof Waning

Als der Sozialdemokrat Wolfgang Pfeiffer in den 80er-Jahren in der Bezirksvertretung Sodingen erstmals mit dem heutigen Hof Waning an der Oestrichstraße in Berührung kam, überwog die Skepsis: Der damals anstehende Verkauf der Hofstelle an einen Nicht-Landwirt sei auf Kritik gestoßen - „auch bei mir“, sagt der 59-jährige SPD-Stadtverordnete.

Die Befürchtungen, dass die Aktivitäten des neuen Eigentümers Unruhe (und Verkehr) in das ländliche Holthauser Gebiet bringen, hätten sich nicht bestätigt. Im Gegenteil: Familie Waning sei sehr behutsam und vorbildlich mit dem später unter Denkmalschutz gestellten Hof und der Landschaft umgegangen, sagt der Kommunalpolitiker.

1984 ist Pfeiffer mit Frau und den beiden Kindern nach Holthausen gezogen. Der grüne Ortsteil lade zu langen und ausgedehnten Spaziergängen ein. „Man fühlt sich, als lebe man auf dem Land“, schwärmt Wolfgang Pfeiffer.

 
 

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