DigiBib für die seriöse Recherche

Patrick Mammen
„DigiBiB - Die digitale Bibliothek“ heißt das System. Im Bild: Bibliothekar Torsten Hachtel und Stadtbücherei-Leiterin Karin Anlauf.                        Foto Thomas Schild / WAZ FotoPool
„DigiBiB - Die digitale Bibliothek“ heißt das System. Im Bild: Bibliothekar Torsten Hachtel und Stadtbücherei-Leiterin Karin Anlauf. Foto Thomas Schild / WAZ FotoPool
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Trotz aller Liebe und Treue zu Büchern, die man anfassen kann, wandelt die Stadtbibliothek nun verstärkt auch auf digitalen Pfaden.

Herne. Der Verbund macht stark. Die Herner Stadtbibliothek arbeitet mit dem Hochschulbibliothekszentrum Köln zusammen. Dadurch kann sie wertvolle Hilfe bei der Suche im Internet bieten. Die WAZ hat sich eingeloggt.

„Hier werden valide Informationen gefunden“, sagt Bibliotheksleiterin Karin Anlauf (59) und ist sichtlich stolz auf die Recherchemöglichkeiten. Nutzer der Bücherei können sich von Zuhause aus auf die Seite der Herner Bibliothek und hier in die Digitale Bibliothek (DigiBib) einloggen und schon geht es los. „Das Angebot ist besonders interessant für Schüler und Studenten und alle, die verlässliche Informationen suchen, um wissenschaftlich zu arbeiten“, erklärt Bibliothekar Torsten Hachtel (39). Der Nutzer bestimmt, in welchen Datenbanken gesucht werden kann.

Beispielsweise ist die Munzinger Datenbank mit aufgeführt. „Sie ist besonders wertvoll, da sie fundierte Informationen über Menschen der Zeitgeschichte, Firmenporträts oder die Unterhaltungsindustrie bereithält“, sagt Anlauf. „Gleichzeitig kann man im DigiBib-System auch nach Literatur suchen. Die Suche ist nicht auf unsere Bibliothek beschränkt, sondern es wird bundesweit – und falls gewünscht auch international – gesucht.“ Landet das System einen Treffer, wird angezeigt, welche Bibliothek das Gesuchte parat hat. Man weiß sofort, ob es verfügbar ist und ob man es sich nach Herne per Fernleihe schicken lassen kann.

„Das gilt allerdings nur für Schriftstücke“, schränkt Hachtel ein. „CDs oder DVDs sind vom Versand ausgeschlossen.“ Wird ein Buch in einer anderen Stadt gefunden, kostet es die normale Fernleihe-Gebühr von 2,50 Euro. Mit dem System DigiBib sollen Schüler an das wissenschaftliche Arbeiten herangeführt werden. Mehrere Schulen unserer Stadt haben bereits ihre Schüler geschickt und ihnen einen Einführungskurs geben lassen. Die Mitarbeiter der Bibliothek am Willi-Pohlmann-Platz erläutern mit ihnen solche Fragen: Wie suche ich richtig im Internet, welche Quellen kann ich benutzen und wie komme ich an verlässliche Literatur heran? All das wird vermittelt.

„Sucht man mit unserem System, werden die Texte angezeigt, mit Angaben zum Autor, Erscheinungsjahr und Verlag, alles, was man braucht, um richtig zu zitieren“, erklärt Anlauf. Die Kosten für die Bereitstellung der Daten, Wartung und Pflege der DigiBib zahlt die Stadtbibliothek Herne an das Hochschulbibliothekszentrum in Köln. „Für unsere Kunden ist die Benutzung mit den normalen Beiträgen für den Bibliotheksausweis bezahlt“, sagt sie. Das DigiBib-System strukturiert die Suche im Internet und zeigt Informationen an, die über die hinausgehen, die die bekannten Suchmaschinen oder Online-Datenbanken bieten. „Sucht man zum Beispiel nach einem Schauspieler, bekommt man normalerweise nur seine letzten drei Kassenschlager angezeigt und vielleicht noch, dass er auch mal in einer Band gespielt hat“, sagt Bibliothekar Hachtel. „Hier bei uns finden sie mit Sicherheit noch, wie die Band heißt, welche Alben sie herausgebracht hat und bei welcher Plattenfirma sie erschienen sind.“

Diese genaueren Informationen bekommen allerdings nur registrierte Nutzer der Herner Bibliothek. Mit dem Bibliotheksausweis können sie sich einloggen und sämtliche Infos abrufen. Die Suche erklärt sich von selbst. Wer’s genauer mag, klickt auf der Seite der Bibliothek, rechts in Menüpunkt DigiBib-Nutzerhilfe. Und schon tut sich eine Datei auf, die das System Schritt für Schritt erklärt.