Die Stadt Herne nimmt kurzfristig 150 Asylbewerber auf

Ab Freitag wird die Görresschule an der Edmund-Weber-Straße in Herne Erstaufnahmestation für Flüchtlinge des Landes.
Ab Freitag wird die Görresschule an der Edmund-Weber-Straße in Herne Erstaufnahmestation für Flüchtlinge des Landes.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Wegen des Hilferufs der Bezirksregierung nimmt Herne kurzfristig Asylbewerber auf. Die Stadt stellt die Görresschule in Röhlinghausen zur Verfügung.

Herne.. Herne nimmt heute kurzfristig 90 Flüchtlinge auf, am Dienstag kommen bis zu 60 weitere. Sie sollen für zwei bis vier Wochen in der Görresschule in Röhlinghausen wohnen, die seit dem Sommer leer steht.

„Der Hilferuf aus Arnsberg kam kurzfristig und dringend“, sagte Stadtsprecher Christian Matzko am Donnerstag. Die Aufnahmestationen des Landes seien – wie schon einmal 2014 – überfüllt, das Land habe deshalb auch Herne um Unterstützung gebeten. „Es geht um die Vermeidung von Obdachlosigkeit“, sagt Christian Chmel-Menges, Sprecher der Bezirksregierung, zur WAZ. Die Situation sei durch die „Wanderungsbewegung aus dem Kosovo extrem“.

Turnhalle als Erst-Aufnahmelager

OB Horst Schiereck wurde am Morgen von Regierungspräsident Gerd Bollermann persönlich gebeten, 200 Flüchtlinge aufzunehmen, berichtet Stadtsprecher Matzko. Daraufhin wurde eine Koordinierungsgruppe aus Stadt, Feuerwehr und Hilfsorganisationen einberufen, um die Lage zu sondieren. Das Ergebnis: Die ehemalige Grundschule an der Edmund-Weber-Straße erfülle alle Voraussetzungen für eine Aufnahme. Herne, sagt Dezernentin Gudrun Thierhoff, könne ab Freitag für 90 Flüchtlinge sorgen, ab Dienstag dann für bis zu 60 weitere. Auf diese Weise könne eine Groß-Turnhalle als Erst-Aufnahmelager – wie zuletzt im September an der Gesamtschule Wanne und im Sportpark Eickel – vermieden werden. Warum die Flüchtlinge nicht schon 2014 in der Görresschule untergebracht wurden, konnte sie nicht sagen.

In der ehemaligen Grundschule stehen den Flüchtlingen 18 Klassenzimmer zur Verfügung. Sie sollten noch am Abend mit Feldbetten und Decken ausgerüstet werden. Schon am Nachmittag ging ein Putzteam durch die Räume, und spätestens am Freitag stehen DRK, THW und Malteser mit Zelten und mobiler Küche bereit, um mit der Stadt die Flüchtlinge aufzunehmen, zu bekochen und zu versorgen. Möglichst schnell, so die Dezernentin, sollen Externe die Betreuung übernehmen.

Vereine müssen weichen

Duschen finden die Flüchtlinge in der Turnhalle auf der anderen Straßenseite, sagt die Dezernentin. Die Einfachturnhalle werde derzeit von Vereinen genutzt, diese müssten weichen: „Wir suchen für sie nach einer Alternative.“

Die Stadt, sagt Sprecher Matzko, hofft auf die gleiche Hilfsbereitschaft der Herner wie bei der letzten Aufnahme von 100 Flüchtlingen im September. Damals, erinnert er, „haben viel Bürger mit Spielzeug-, Kleider- oder anderen Spenden den Flüchtlingen einen guten Start in Deutschland bereitet.“

EURE FAVORITEN