Deutsche Bahn bremst Projekt Schloß Grimberg

Die Baustelle zum neuen Gewerbepark Schloß Grimberg im Bereich Schloßstraße/Ginsterweg. Hier stockt  die Anbindung an die A 42 (GE-Bismarck).                                                               Foto: Ute Gabriel
Die Baustelle zum neuen Gewerbepark Schloß Grimberg im Bereich Schloßstraße/Ginsterweg. Hier stockt die Anbindung an die A 42 (GE-Bismarck). Foto: Ute Gabriel
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Herne. Die Anbindung des neuen Logistikparks „Schloß Grimberg“ ist ins Stocken geraten. Das bestätigt Baudezernent Jan Terhoeven der WAZ. Schuld für die Verzögerung beim derzeit wichtigsten Bauprojekt in Herne sei die Deutsche Bahn.

Die Deutsche Bahn bremst laut Baudezernent Jan Terhoeven das Projekt Schloß Brimberg. „Sie lässt uns hängen“, schimpft der Beigeordnete. Er nennt die Lage „fürchterlich“. Terhoeven will nun an den Bahn-Vorstand herantreten, um Druck auszuüben.

Zum Hintergrund: Rund 400 neue Arbeitsplätze sollen im Logistikpark „Schloß Grimberg“ – einer Brache zwischen Unser-Fritz-Straße, Rhein-Herne-Kanal und Stadtgrenze Gelsenkirchen – entstehen. Dafür aber braucht es eine Straßen-Anbindung von der A 42-Anschlussstelle Gelsenkirchen-Bismarck bis zu dem 22 Hektar großen Filetgrundstück, auf der sich Firmen ansiedeln sollen. Die aufwendigen Bauarbeiten für die Anbindung - allem voran an der Autobahn-Anschlussstelle - sind seit Monaten im vollen Gange. Allein: Die notwendige Unterführung der dortigen Bahntrasse, der Bau einer Brücke also, lässt auf sich warten.

Verwaltung vertröstet

Und hier kommt die Bahn ins Spiel. Sie vertröste die Verwaltung „von Monat zu Monat“, schimpft Baudezernent Terhoeven, dem die Hutschnur platzt. Erst hieß es von der Bahn, die Stadt könne die Brücke errichten lassen, berichtet der Dezernent, als diese mitten in den Planungen war, hieß es, die Bahn wolle sie selber bauen. Dagegen habe er auch nichts. Was ihn jedoch wurmt: Seit der Ankündigung der Bahn sei nichts geschehen – trotz mehrfacher Gespräche, dann Mahnungen: „Das Unternehmen schiebt alles auf die lange Bank.“

Das Ende vom Lied: Die Fertigstellung der Anbindung, geplant für 2012, wird wohl ein gutes Jahr später kommen also 2013 – frühestens. Die Folge: Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG), der Besitzer des Logistikparks, kann erst später in die Vermarktung einsteigen, dadurch bleiben bitter benötigte Jobs vorerst fern. „Der Strukturwandel in Herne wird ausgebremst“, kommentiert ein ebenfalls angesäuerter WFG-Chef Joachim Grollmann, der das Potenzial des geplanten Logistikparks hoch einschätzt: „So eine Fläche gibt es im Ruhrgebiet nicht oft“, sagte er im Sommer 2010.

Verzögerung kostet die Stadt Geld

Nicht zuletzt verliert die Stadt kräftig Geld durch die Verzögerung: Grollmann spricht von Zinsverlusten in Höhe eines „niedrigen sechsstelligen Betrags“.

Wie es weiter geht? Baudezernent Terhoeven zuckt mit den Schultern. Er hofft, durch Kontakte an den Bahnvorstand heranzukommen, um den Brücken-Bau zu beschleunigen. „Wir brauchen einen verbindlichen Zeitplan“, fordert er. Der Beigeordnete hofft, dass die Ausschreibung für die Brücke schnell folgen kann.

Von der Deutschen Bahn war bislang keine Stellungnahme zu erhalten.

 
 

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