Der Herner Sebastian Maier arbeitet an Großprojekt

Sebastian Maier in seinem Studio im O.
Sebastian Maier in seinem Studio im O.
Foto: Ralph Bodemer
  • Der Musiker mischte Klassisches mit Texten neu ab und produzierte ein Album
  • Die Aufführung mit den Hamburger Symphonikern ist bisher sein größtes Ding
  • Maier bleibt trotz guter Verbindungen in den Norden in Herne wohnen

Herne..  Es ist 15 Jahre her, dass Sebastian Maier, damals gerade 20, den Hamburger Musikproduzenten Matthias Arfmann kennenlernte. Seine erste Single mit der Band Tengu sollte bei Arfmann produziert werden, in dessen Studios unter anderem zwei Alben der HipHop-Größen Absolute Beginner entstanden waren. Man verstand sich, Aufnahmen mit den Herner Bands Sola Plexus und Susanne Blech folgten, später war Sebastian Maier an Remixes von Jan Delay und den Beatsteaks beteiligt. Nachdem er als Schlagzeuger und Koproduzent schon bei „Recomposed by M. Arfmann“ mitgewirkt hatte - klassische Werke wurden mit Beats und Elektronik versehen -, war und ist Sebastian Maier nun an einem Projekt beteiligt, das er sein größtes nennt: „Ballet Jeunesse“.

Aus 13 Klassikern der europäischen Ballettmusik sind Songs geworden, die besonders einem jungen Publikum einen neuen Zugang zu den Kompositionen schaffen wollen, Songs für Clubs und Playlists. In drei- bis sechsminütigen Stücken haben Arfmann und seine Mitstreiter die orchestralen Originale mit aktuellen elektronischen Eigenkompositionen durchwoben und Textdichtungen eingestreut. Verschiedene Genres aktueller Popmusik von Dance über Pop und Hip­Hop bis Reggae verbinden sich mit den Originalen im „Ballett Jeunesse“. Das Album erscheint am 9. September, am 21. September, ist die Live-Premiere mit den Hamburger Symphonikern beim Hamburger Reeperbahn-Festival.

Nachdem Stücke wie Stravinskys „Feuervogel“, Tschaikowskys „Nussknacker“ und Debussys „Prélude à l’après-midi d’un faune“ komplett zerlegt und gesampelt worden waren, ließen die Produzenten sie vom Babelsberger Filmorchester neu interpretieren. Zu beachten waren nicht nur Urheberrechte - ein langer Kampf mit den Nachfahren der Komponisten folgte der Aufnahme -, sondern auch Leistungsschutzrechte, die die Verwendung bestehender Orchesteraufnahmen im Weg standen: „Wir haben die Stücke deshalb neu notieren lassen, gemäß unseren Arrangements“, erklärt Sebastian Maier.

Das Album ist fertig, jetzt wird für die Premiere geprobt mit den Hamburger Symphonikern. Sebastian Maier sitzt am Schlagzeug. Künstlerisch sei „Ballet Jeunesse“ eine wichtige Erfahrung: „Man hat nicht jeden Tag die Chance, mit einem Wahnsinnsorchester zu spielen“, sagt er, und außerhalb des „Pop-Zirkus’“ mit außergewöhnlichen Musikern zu arbeiten. Maier selbst hat keinen klassischen Hintergrund. Er begann im Alter von sechs Jahren mit dem Schlagzeugspielen an der Herner Musikschule.

Studio in ehemaliger Overbergschule

Herne will er trotz der intensiven Arbeitskontakte und Freundschaften in Hamburg nicht verlassen. Nach einer Übergangsphase im Wanne-Eickeler KHaus ist Maier mit seinem Studio Z-Music im „O“, der ehemaligen Overwegschule, jetzt glücklich, zumal sich durch die anderen Nutzer viele Kooperationsmöglichkeiten ergeben. „Man überlegt sich natürlich schon, in eine Metropole zu ziehen, wo viele Leute ähnlich ticken, aber das ist im Ruhrgebiet auch möglich“. Die am Projekt „Ballett Jeunesse“ beteiligte Sängerin Onejiru hat übrigens auch eine Beziehung zu Herne, oder besser Wanne-Eickel, wo sie ihre Kindheit verbrachte und bei den Trixis tanzte, wie Maier weiß. Kennengelernt hat er Onejiru aber erst in Hamburg, wo die Sängerin, Musikerin und Geografin heute lebt.

 
 

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