Der etwas andere Hindernislauf

Der „Parkour im Pott“-Leiter Pablo Giese machte den Workshop möglich. Selber aktiv ist er natürlich auch. Foto: Thomas Schild
Der „Parkour im Pott“-Leiter Pablo Giese machte den Workshop möglich. Selber aktiv ist er natürlich auch. Foto: Thomas Schild
Foto: WAZ FotoPool
Auf dem Abenteuerspielplatz „Im Hasenkamp“ fand am Sonntag ein Workshop zur Trendsportart Parkour statt

Herne.. Sie springen von Stein zu Stein und bahnen sich den Weg durch die unmöglichsten Passagen. Der Trendsport Parkour ist im Moment in aller Munde. Ob in Film, Fernsehen oder Zeitschrift - überall wird die medienaffine Sportart abgebildet. Einer der besten Traceure (so nennt man die Sportler) ist Yoann „Zephyr“ Leroux aus Frankreich. In Zusammenarbeit mit „Parkour im Pott“ und der Jugendförderung Herne kam er nun zu einem Work­shop nach Herne.

Parkour ist eine kreative Trendsportart. Die Sportler versuchen einen schnellen und effizienten Weg durch den Großstadtdschungel oder auch in der freien Natur zu finden. Dabei setzen sie ihren Körper und die Umgebung in verschiedenen Formen ein. Saltos, Katzensprünge, Rollen und viele weitere Fortbewegungen ohne Hilfsmittel werden dabei benutzt. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Dabei geht es aber nicht um gefährliche Showsprünge, sondern: „Parkour is more thinking than jumping“, sagt Leroux – Augen offen halten und das Gehirn einschalten um den besten Weg zu finden, das ist die oberste Devise.

Herne nimmt in der deutschen Parkour-Geschichte eine besondere Rolle ein. Herne war die erste Kommune, die Parkour als pädagogisches Mittel eingesetzt hat. Eine große Rolle spielt dabei Pablo Giese. Er arbeitete damals im Jugendzentrum „Die Wache“ in Sodingen und entwickelte die Konzepte für die Workshops mit. Er leitet außerdem den Verein „Parkour im Pott“.

Tradition verpflichtet und daher fand nun ein Parkour-Workshop auch in Herne statt. Auf dem Abenteuerspielplatz „Im Hasenkamp“ sammelten sich rund 30 Neugierige und Erfahrene um der Trendsportart näherzukommen. „Zephyr“ und Giese bekamen dabei Unterstützung von den Bochumer Straßenkünstlern „Urbanatix“ in Person von Daniel Scherer.

Die Jugendlichen, im Alter von 11 bis 18, bekamen erstmal die Grundlagen beigebracht. Das sind keine wilden Saltos von Hochhäusern, sondern die Fähigkeit zu sehen, wo man Tricks ausführen kann und wo die Gefahr zu hoch ist. Akrobatik und Eleganz sind ein natürlicher Teil von „Le Parkour“, aber wie Giese und Leroux immer wieder betonten, muss man sich und seine Grenzen kennen. Die Kinder kletterten über Hindernisse, zogen sich an Stangen hoch und sprangen von Stein zu Stein um die andere Seite zu erreichen. Die Teilnehmer gaben sich Tipps untereinander und es herrschte eine lockere, angenehme Stimmung. Wie Parkour eben ist: locker, frei und grenzenlos.

Die Truppe zog dann weiter in Richtung Gysenberg. Dort werden die gelernten Aktionen in anderer Umgebung ausprobiert und erweitert. Der Abschluss des tagesumspannenden Workshops fand wieder „Im Hasenkamp“ statt.

„Man geht Wege, die andere nicht gehen. Das Freiheitsgefühl ist toll“, sagen Marvin (18) und Moritz (14), die schon seit ein paar Jahren Parkour betreiben. Nur für Profis aber war der Workshop keinesfalls ausgelegt, auch blutige Anfänger hatten ganz sichtbar ihren Spaß.

 
 

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