Der Ersatzmann bläst zur Attacke auf Rot-Grün

Redaktion
Bundesgesundheitsminister und Ex-FDP-Landesvorsitzender Daniel Bahr war Hauptredner beim Politischen Aschermittwoch der FDP im Mondpalast.
Bundesgesundheitsminister und Ex-FDP-Landesvorsitzender Daniel Bahr war Hauptredner beim Politischen Aschermittwoch der FDP im Mondpalast.
Foto: WAZ Fotopool
Das hat schon (fast) Tradition: Zum sechsten Mal in Folge lud die NRW-FDP zum Politischen Aschermittwoch in den Mondpalast ein. Bundesgesundheitmsinister Daniel Bahr musste den erkrankten FDP-Chef Christian Lindner vertreten.

Wanne-Eickel.  „Ich bin nicht Christian Lindner“, sagte Daniel Bahr (FDP) am Mittwochabend im Mondpalast sehr treffend. „Aber ich bin gesund“, fügte der 36-Jährige beim Politischen Aschermittwoch der Ruhr- und NRW-Liberalen hinzu. Und so kam es, dass – ausgerechnet – der Bundesgesundheitsminister den an Grippe erkrankten FDP-Landeschef Lindner in Wanne-Eickel vertrat.

Für Bahr kein Neuland: Bereits zum dritten Mal in Folge kam dem Ex-FDP-Landesvorsitzenden bei dieser fast schon traditionellen Veranstaltung der Part des Hauptredners zu. Gemessen am Applaus erfüllte der „Ersatzmann“ die Erwartungen der 200 Zuhörer. Nur an einer Stelle erntete er Buh-Rufe: als Bahr sich zu Borussia Dortmund bekannte.

Viel Zustimmung gab es für die am Aschermittwoch unverzichtbaren Attacken: An Rot-Grün im Allgemeinen und Jürgen Trittin sowie Peer Steinbrück im Besonderen arbeitete sich der Minister ab. Auf die Abschaffung der Praxisgebühr stimmte er dagegen ein geradezu hymnisches (Eigen-)Lob an. Grundsätzlich gelte: Die FDP stehe für Leistungsbereitschaft und Eigenverantwortung.

Kleine Seitenhiebe aufs „Hamburger Nachrichtenmagazin“ (Stern) und die Kritiker von Rainer Brüderle und dessen Dirndl-Zoten konnte sich Daniel Bahr nicht verkneifen: Die „lebensfrohen“ Liberalen ließen sich nicht vorschreiben, „was man darf und was man nicht darf“.

Für Lokalkolorit sorgten an diesem Abend neben Mondpalast-Prinzipal Christian Stratmann der Landtagsabgeordnete Thomas Nückel als launiger Moderator sowie die Band „Honey & the Hotshots“ um den Eickeler Norbert Solbach. Der ist zwar nicht Nancy Sinatra, brachte aber mit seiner Band Klassiker wie „These Boots Are Made for Walking“ gekonnt zu Gehör.