Der Bedarf steigt stetig

Auch Petra Pilat (li.I informierte sich am Samstag im Caritas-Haus an der Schulstrasse über den Pflegeberuf. Beraten wurde sie von Martina Prause und Volkmar Trappmann. Foto: Winfried Labus / FotoPool
Auch Petra Pilat (li.I informierte sich am Samstag im Caritas-Haus an der Schulstrasse über den Pflegeberuf. Beraten wurde sie von Martina Prause und Volkmar Trappmann. Foto: Winfried Labus / FotoPool
Foto: Winfried Labus / FotoPool
Anlässlich des „Tages des Pflegeberufs lud die Caritas am Samstag zur Informationsbörse nach Herne-Mitte ein. Aus gutem Grund, denn: Der Bedarf an Pflegekräften steigt stetig.

Herne. „Wir versuchen Berührungsängste zu nehmen“, sagt Volkmar Trappmann. Er ist examinierter Altenpfleger und Projektleiter beim „Tag des Pflegeberufs“ am Samstag im Caritashaus in Herne-Mitte.

Interessenten sollen an diesem Tag Einblicke in Berufe im Bereich der ambulanten Pflege bekommen, umfassend informiert und mit Ausbildungsstellen ausgestattet werden. Um kurz vor zwölf waren schon acht Besucher da. „Ein paar echte Interessenten waren auch dabei“, sagt Trappmann. Auf den Tischen liegen Kurzbewerbungsbögen. „Hier muss niemand seine Bewerbungsunterlagen mitbringen. Das wäre toll, wenn es so wäre, aber wir sprechen erstmal über die jeweilige Motivation.“

Derzeit betreut die Caritas Herne/Wanne-Eickel 150 bis 180 Patienten, dafür sind 20 bis 30 Mitarbeiter – sowohl Aushilfen als auch Festangestellte – im Einsatz. „Dabei sind nicht alle Kunden gleich“, weiß Rita Ludwig, Pflegedienstleiterin in Wanne-Eickel: „Einige Patienten müssen dreimal täglich versorgt werden, andere nur ein- bis zweimal in der Woche.“

Fest steht aber: Es werden immer mehr. „Zurzeit haben wir etwa sechs bis zehn Neuanmeldungen in der Woche“, überschlägt Ludwig. „Letzte Woche waren es sogar 15“, sagt Volkmar Trappmann.

Das liege an der Überalterung der Bevölkerung, aber auch daran, dass sich die Familienstruktur sehr gewandelt habe. „Die Angehörigen können die Pflege nicht mehr übernehmen, sind vielleicht berufstätig oder alleinerziehend“, weiß Rita Ludwig. Seit ein bis zwei Jahren habe sich ein neuer Kundenkreis erschlossen: „Immer öfter bekommen wir Anmeldungen aus Familien mit Migrationshintergrund. Da war es früher immer selbstverständlich, dass die Angehörigen die Pflege selbst übernehmen.“ Wegen der wachsenden Nachfrage wünsche man sich auch türkisch sprechende Pfleger.

„Mit jedem Mitarbeiter werden wir kundenorientierter“, erklärt Rita Ludwig. Die Bedingungen seien flexibel: „Es besteht die Möglichkeit auch nur einmal im Monat oder nur an den Wochenenden zu arbeiten.“ Auch Ruheständler, die sich etwas zur Rente dazu verdienen wollten, würden eingestellt. Das sei gut für den zwischenmenschlichen Kontakt von Kunde und Pfleger. Diverse Fort- und Weiterbildungen sowie Informationsgespräche nähmen den Mitarbeitern die Angst davor, „alleine auf Tour“ geschickt zu werden.

Die 44-jährige Petra Pilat hat ihren neuen Wochenend-Job gefunden: „Ich bin gelernte Arztpflegerin und habe ein eigenes Nagelstudio. Ich wollte die Zeit am Wochenende einfach sinnvoll nutzen“, sagt Pilat. Sie hat über die Zeitung von der Caritas erfahren.

Eine solche Tätigkeit könne sie sich gut vorstellen, sagt sie. Sie wolle nun noch einen Pflegekurs zur Auffrischung besuchen – und dann soll es schon losgehen.

 
 

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