Anne Filler aus Herne schwört auf ihren Möhreneintopf

Und zum Schluss kommt Liebstöckel hinzu: Hobby-Köchin Anne Filler mit WAZ-Experte Urs Bischof (re.) und WAZ-Redakteur Michael Muscheid
Und zum Schluss kommt Liebstöckel hinzu: Hobby-Köchin Anne Filler mit WAZ-Experte Urs Bischof (re.) und WAZ-Redakteur Michael Muscheid
Foto: Funke Foto Services
Anne Filler aus Herne bekam in ihrer Jugend oft Erntefrisches aus dem Garten auf den Teller. Ihr Lieblingsessen: Möhreneintopf.

Herne.. In ihrer Kindheit hat Anne Filler „viel aus dem Garten gelebt“. Ihre Eltern und vor ihnen ihre Großeltern hatten einen Gemüsegarten, und da wurde oft und reichlich erntefrisch gekocht. Ein Genuss! Auch der Möhreneintopf, auf den die 65-Jährige schwört, stammt aus ihrer Jugend. Das Rezept für ihr Lieblingsessen, sagte Anne Filler, habe sie von ihrer Mutter – „und die hatte es von ihrer Mutter“.

Möhren durcheinander – ein Essen auch für Kinder? Jawohl, sagt die ehemalige Lehrerin der Hauptschule Jürgens Hof. Den Karotten im heimischen Garten habe sie damals beim Wachsen zugeschaut. Und das orange Gemüse nach der Ernte schnell verputzt, am liebsten eben als Eintopf, von Mama oder Oma mit Bratwurst serviert.

Nun wohnt sie alleine, die Söhne sind in den 30ern und aus dem Haus, doch den Eintopf macht sie noch immer. Für sich oder den Jüngsten, wenn er vorbei schaut: „Auch den kann ich damit beglücken.“ Einen Garten hat Anne Filler, die in einer Wohnung im Dichterviertel in Herne-Mitte wohnt, nicht, die Zutaten für den Kochabend mit der WAZ deshalb aus dem Supermarkt. Für den Liebstöckel musste sie zwei, drei Supermärkte abklappern. Doch auf den, bekennt sie, hätte sie auch verzichten können. Dazu später mehr.

Das Gericht ist keine Hexenkunst, auch schlägt sie für die Zutaten nicht in den Familien-Annalen nach. Und die Mengenangaben seien „pi mal Daumen“. Die Kartoffeln sind schnell geschält, die Karotten schnell geschabt, der Lauch schnell zerkleinert. An die Zwiebeln geht sie ungern: „Die schneide ich gar nicht gerne“, gibt sie zu. Ein paar Besonderheiten und „No goes“ hat sie aber doch. Die Möhren-Kartoffel-Masse zerkleinert sie mit dem Kartoffelstampfer. „Nicht mit einem Mixstab“, stellt sie klar: „Das ist zwar etwas mehr Arbeit, aber so wird die Masse nicht zu cremig, sondern es bleiben noch kleine Möhren- oder Kartoffelstückchen erhalten.“

Lorbeerblätter, Nelken und Pfefferkörner fügt die Hobby-Köchin nicht in den Topf, sondern in ein Teesieb, das sie an den Topfrand hängt. Urs Bischof, Herner Sternekoch und WAZ-Experte, beim Kochabend mit Anne Filler dabei, lobt: Auf diese Weise müssten die Gewürze später nicht mühsam herausgefischt werden. Zum Essen gibt es dann Bratwurst. Oder auch nicht, sagt die 65-Jährige, immer gerade so, wie der Appetit es möchte. „Es muss ja nicht immer Fleisch sein“, betont die Rentnerin. Diesmal ist die Bratwurst mit von der Partie, denn die gehörte zu Omas Rezept, und zwar in Scheiben geschnitten, zum Schluss schön auf dem Eintopf drapiert.

Ein Lob fürs Maggi

Vorher geht’s aber noch an den Liebstöckel. Der wird gewaschen, zerkleinert und vor dem Servieren ins Gericht gestreut. Nötig, betont Anne Filler, sei das Kraut nicht. Viel lieber, gibt sie zu, nehme sie Maggi: „Liebstöckel kommt an Maggi nicht heran.“ Urs Bischof, der Spitzenkoch, zuckt bei diesem Bekenntnis zusammen. Und freut sich um so mehr, dass die Köchin diesmal dem Liebstöckel den Vorzug gegeben hat. Sein Urteil: rundum gelungen. Auch ohne Maggi.

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