Das Gemeinschaftsgefühl zählt

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Wanne-Eickel. Von weitem war die Stimme von Hans-Joachim Siering, seines Zeichen erster Vorsitzender des Rudervereins Emscher, über die Lautsprecher am Rhein-Herne-Kanal zu hören. Es war Renntag am Kanal, von Ruderhünen jedoch wenig zu sehen.

Denn zum bereits sechsten Mal fand an diesem Wochenende der Herner Rudertag statt, wie immer ganz ohne Profis, dafür aber mit ganz vielen Amateuren und noch mehr unprofessionellem Charme. Siering gab sich an diesem Wochenende ganz wie 2006 schon Franz Beckenbauer. „Wir haben das Wetter bestellt und hier ist es“ flachste der RVE-Vorsitzende im Vorfeld, denn wie schon im vergangenen Jahr lachte die Sonne über dem Bootshaus des RV Emscher auch an diesem Wochenende.

Und auch dieses Mal strömten über den Tag verteilt gut und gerne 1000 Besucher an den Kanal, um Freunde und Bekannte, allen voran jedoch die Kollegen beim Firmenrennen anzufeuern. „Das ist das Schöne an der Veranstaltung, dass alle Nichtruderer sind“, sagte Jan Terhoeven, den viele Herner wohl noch als ehemaligen Baudezernenten der Stadt Herne in Erinnerung haben dürften. Den Rudertag hält er für eine gute Sache: „Man kann so die Begeisterung für diesen tollen Sport wecken und den einen oder anderen vielleicht zum Rudern animieren“. Terhoeven ist zwar erst seit zwei Wochen Mitglied des RV Emscher, konnte selbst jedoch viele Jahre Rudererfahrung in Krefeld sammeln – auch international, wie er selbst betont. Beim Herner Rudertag gehört das frisch gebackene Vereinsmitglied jedoch nur zum Organisationsteam.

Und das hatte in den letzten vier Wochen einiges zu tun. Insgesamt 32 Team hatten sich für den sechsten Herner Rudertag gemeldet, unter anderem die Vertretungen der Stadt Herne, des Reiseunternehmens „Grafs Reisen“ oder des Marienhospitals. Acht sogenannte Touren-Boote stellte der Verein für die Rennen zur Verfügung, einige davon mussten nach Angaben des Organisationsteams von anderen Vereinen geliehen werden. Und schon im Vorfeld wurden diese Boote zu Wasser gelassen – insgesamt vier Mal durften die Firmen-Teams unter der Betreuung von erfahrenen Ruderern auf dem Kanal trainieren. Am Ende machten alle Teams eine durchaus elegante Figur im Vierer.

Dazu zählte unter anderem das Team des Lehrerkollegiums des Gymnasiums Eickel, das unter dem Namen „Lehrergaleere“ an den Start ging. Deutsch-Lehrerin Marion Rosteck betonte, dass es in dem Sport nicht nur auf die Kraft ankomme: „Beim Rudern muss man Gemeinschaftsgefühl haben“, sagte sie und unterstrich, dass in den Trainingstagen viel Wert auf eine ausgefeilte Technik gelegt wurde – was die „Lehrergaleere“ in ihren Rennen eindrucksvoll bewies. Auch Crew-Mitglied und Spanisch-Lehrerin Antje Fehrholz ist stolz über ihre technischen Vorschritte, dabei, so sagte sie, sei sie nicht einmal Sport-Lehrerin – und zudem alles andere als eine Kante. Doch um individuelle Kraftakte ging es ja auch diesmal nicht – der Teamgedanke stand im Mittelpunkt.

 
 

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