Bürgerdialog vor Ort

Eine Veranstaltung des so genannten Bürgerdialogs der Bundesregierung findet am heutigen Mittwoch von 17 bis 20 Uhr im Eine Welt Zentrum Herne (EWZ) an der Overwegstraße 31 statt.

Der Bürgerdialog hat zum Ziel, das Regierungshandeln mit den Vorstellungen und Wünschen der Bürger enger zu verzahnen. Gleichzeitig soll dieser Dialog auch dazu führen, eine bessere Grundlage als das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu erarbeiten, wenn es um die Beurteilung von Lebensqualität in Deutschland gehe. Die Bundesregierung führt an über 100 Standorten solche Dialogveranstaltungen durch.

Herne ist einer dieser Orte (die WAZ berichtete). Als einziger Dialog in Deutschland geht es dabei um die Frage, wie sich Flüchtlinge ein gutes Leben in Deutschland vorstellen. Menschen, die lange hier leben, kommen ebenso zu Wort wie solche, die noch nicht lange hier sind.

Ein Gruppe junger Menschen aus Essen wird ebenso nach Herne kommen. Die Bundesregierung verspricht, dass alle Ergebnisse unabhängig von Wissenschaftlern ausgewertet werden und in die Regierungsarbeit unmittelbar einfließen sollen. Transparenz sei auch dadurch gegeben, dass die Veranstalter, in diesem Fall also das EWZ, die einzelnen Schritte bis hin zu den Ergebnissen, nach der Veranstaltung immer in einem geschützten Online-Bereich nachverfolgen können.

Der Leiter des Eine Welt Zentrum, Martin Domke, bleibt skeptisch: „Wenn es hierbei um einen anderen Wert für Lebensqualität als das BIP geht, bestimmt vor allem Wirtschaftlichkeit das Denken. Ich kann mir schlechterdings nicht vorstellen, dass eine Regierung - und schon gar nicht die einer großen Koalition - ernsthaft an den Sorgen, Wünschen und Leistungschancen der Menschen an den Außenseiten unserer Gesellschaft interessiert ist.“

Für Domke wäre das eine Neuerung, die allem widerspräche, was in den vergangenen 25 Jahren an Regierungshandeln sichtbar geworden sei. „Dennoch, ein Dialog ist immer besser als kein Dialog. Darum sind wir dabei.“

EURE FAVORITEN