Buchstabe fehlt - Post verweigert Herner Kunden Paket

Ohne „ö“ fehlte ihr was: Eine Mitarbeiterin der Postfiliale an der Bebelstraße in Herne-Mitte verweigerte einem Kunden die Herausgabe eines Pakets aus den USA, weil in den Empfängerangaben „Bjrn“ statt „Björn“ stand. Das Paket ging daraufhin zurück in die Staaten.

Herne.. WAZ-Leser Björn Xionna wollte eigentlich nur mal eben ein Paket im Postbank-Finanzcenter an der Bebelstraße 20 in Herne-Mitte abholen, doch daraus wurde nichts: Ein einziger fehlender Buchstabe in den Empfänger-Angaben machte dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Das Paket aus den USA hatte zuvor ein Bote versucht, zuzustellen – allerdings ohne Erfolg.

Deshalb lag im Briefkasten des Herners die entsprechende Abhol-Benachrichtigung. Mit dieser in der Tasche ging Björn Xionna zum Postbank Finanzcenter. Womit er aber nicht rechnete: Der Absender hatte seinen Vornamen falsch geschrieben. Statt an Björn war das Paket an „Bjrn“ adressiert. Die restlichen Angaben hätten allerdings mit denen auf seinem Ausweis übereingestimmt, so Xionna. Trotzdem habe die Angestellte sich geweigert, das Paket herauszugeben. „Sie nahm meinen Abholzettel und vernichtete ihn.“

Streng genommen „kein Fehler“

Hilfe suchend wandte er sich nach diesem Vorfall an die Service-Nummer der DHL: „Keiner dort verstand, wieso ich das Paket nicht bekommen habe, obwohl bis auf einen Buchstaben ja alles stimmte.“ So ging der Herner vier Tage später erneut zum Postbank-Finanzcenter, doch dort erfuhr er nun, dass das Paket bereits zurück an den Absender geschickt worden sei. „Ich darf mich jetzt mit Amerika in Verbindung setzen und zusehen, wie ich meine schon bezahlte Ware noch mal zugesendet bekomme“, ärgert sich jetzt Xionna.

Tim Rehkopf, Pressesprecher der deutschen Postbank AG, sieht „streng genommen“ keinen direkten Fehler im Verhalten der Mitarbeiterin. Den Vorschriften zufolge müsse sich ein Filialmitarbeiter im Interesse des Absenders über die Identität des Empfangsberechtigten zweifelsfrei Gewissheit verschaffen können. Gebe es Abweichungen bei den Empfänger-Angaben, liege es letztlich im Ermessen des Mitarbeiters zu entscheiden, „ob bestehende Zweifel an der wahren Identität – wie hier durch den verkürzten Vornamen – ausgeräumt werden können“.

Postbank entschuldigt sich

Rehkopf hält es allerdings für möglich, dass die Aushändigungsvorgaben in diesem Fall etwas eng ausgelegt worden seien: „Mit etwas mehr Fingerspitzengefühl wäre diese Situation sicher befriedigend für beide Seiten zu lösen gewesen. Wir bitten Herrn Xionna für seine Unannehmlichkeiten um Entschuldigung.“

 
 

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