Brigitte Werner präsentiert neues Buch

Herne.. Die Herner Autorin Brigitte Werner präsentiert ihr neues Buch „Ich, Jonas, genannt Pille, und die Sache mit der Liebe“.

„Der hat doch nicht alle Tassen im Schrank“, sagt Tante Berta. Gemeint ist Opa Leo, und der soll ins Altenheim, nachdem Oma Lucie gestorben ist. Doch Jonas, sein Enkel, sieht ihn ganz anders, und mit ihm die Schöpferin von Opa Leo, Brigitte Werner (62). „Ein weiser liebenswerter Mensch“, sagt die Herner Schriftstellerin über den alten Mann. Er nahm in ihrem Kopf Gestalt an, als sie in einem Bildband den polnischen Holzbildhauer Jan Bernasiewicz entdeckte. Aus Jan wurde Leo, und aus dem knorrigen Charakterkopf ein Mensch mit Eigenleben. Um ihn und seinen Enkel rankt sich Brigitte Werners neues Buch „Ich, Jonas, genannt Pille, und die Sache mit der Liebe“, ihr zweites in diesem Jahr.

Ein „Familienbuch“ nennt die Schriftstellerin das 308 Seiten starke Stück. Erzählt wird aus der Perspektive des knapp Zwölfjährigen, der gerade eine aufregende Zeit erlebt. Mit seinem Opa mischt er das Altenheim auf, er muss aushalten, dass sein Vater verschwunden ist, und die Liebe bricht auch noch in sein Leben ein.

Gefühle so zu beschreiben, dass sie nicht ausgedacht klin-gen, gehört zu Brigitte Werners Stärken. Sorgen zum Beispiel hören sich so an: „Auf meiner Brust liegt ein tonnenschwerer Kürbis und drückt und drückt“. Leos nagende Sehnsucht nach seinem Vater „macht dass ich mich ganz zerfressen fühle. Wie ein mottenlöchriger Pullover.“ Und als er Lilli küsst, „hört die Welt auf durchs Weltall zu rollen“, und selbst der Regen hält still. Brigitte Werner findet eine frische Sprache für Freude, Schmerz und Trauer, Scham, Angst und Vertrauen. Schon einige Leser haben der Autorin gestanden, ihnen seien bei der Lektüre die Tränen gekommen.

Aber weil die Fantasie und die Poesie sich immer wieder ins Leben schleichen, gerät auch das bisher dickste Buch trotz ernster Themen nicht zum Sozialdrama, zumal das Gespann Opa und Jonas einiges ausheckt. Ob Trisomie wie im letzten Buch („Denni, Klara und das Haus Nr. 5“) oder in diesem Fall die Themen Alter, Tod und Verlust: Die Ge-schichten sind getragen vom festen Glauben der Schriftstel-lerin „an eine mögliche, andere, bessere Welt“, die sie ihren Figuren mitgibt.

Geplant hat Brigitte Werner den Roman übrigens ebenso wenig wie ihre Kinder- und Bilderbücher, sagt sie: „Das ergibt sich so.“ So wie das Erstleserbuch, das jetzt in Norddeutschland entstanden ist, wohin sich Brigitte Werner regelmäßig zurückzieht. Irgendwann will die Autorin auch noch mal einen richtigen Roman für Erwachsene veröf-fentlichen. „Daran schreib ich schon ein paar Jahre.

Ihr größter Erfolg bleibt „Kotzmotz der Zauberer“ aus dem Jahr 2008 mit 30 000 verkauften Exemplaren, damals schon mit Birte Müller gestal-tet, die die auch jetzt wieder ein wunderschönes Cover geliefert hat. Da der anthroposophische Verlag Neues Geistesleben nicht in allen Buchläden vertreten ist, erscheint „Kotzmotz“ jetzt parallel noch als Taschenbuch im Carlsen-Verlag.

Ein Hörbuch ist auch schon auf dem Markt, gelesen von der Autorin persönlich.

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