Bochumer Straße in Herne bleibt endgültig zweispurig

Redaktion
Der Schutzstreifen für Radler und die Zweispurigkeit werden auf der Bochumer Straße zur Dauerlösung, so der Beschluss der Politik.
Der Schutzstreifen für Radler und die Zweispurigkeit werden auf der Bochumer Straße zur Dauerlösung, so der Beschluss der Politik.
Foto: FUNKE Foto Services
Die Bochumer Straße bleibt zweispurig und behält einen Schutzstreifen für Radfahrer. Das hat der Planungsauschuss beschlossen.

Herne.  Mehr als zehn Jahren hat Herne um die Umgestaltung und Verkehrsführung auf der Bochumer Straße gerungen. Seit gestern ist die Kuh endgültig vom Eis. SPD, CDU und FDP folgten im Planungsausschuss mehrheitlich dem von der Stadt erarbeiteten Kompromiss für diesen Abschnitt zwischen Gräffstraße und Südstraße.

Heißt: Die 2013 zunächst probeweise eingeführte zweispurige Verkehrsführung und die dauerhafte Einrichtung eines Schutzstreifens für Fahrradfahrer wird zur Dauerlösung. Außerdem soll es – zum Teil auf Vorschlag des Fahrradclubs ADFC – noch diverse Verbesserungen insbesondere für Radler an den Knotenpunkten Gräffstraße, Berninghausstraße und Regenkamp geben. Bis Ende des Jahres sollen alle Arbeiten abgeschlossen werden, kündigte Josef Becker, Leiter des Fachbereichs Tiefbau und Verkehr, an.

Während Teile der SPD und insbesondere der CDU die Zweispurigkeit in den vergangenen Jahren immer wieder torpediert und selbst nach eindeutigen Verkehrszählungen (Ergebnis: eine Spur in jede Richtung reicht völlig aus) für eine Vierspurigkeit plädiert hatten, gab es gestern breite Unterstützung für das Kompromisspaket. „Diese Lösung stellt Radfahrer zu 95 Prozent zufrieden“, sagte Ulrich Syberg, Sprecher der SPD im Ausschuss (und Bundes-Chef des ADFC).

Für Syberg nur ein erster Schritt

Mobilität habe auch in Herne inzwischen eine andere Bedeutung. Radverkehr sei gut für die Stadt, so Ulrich Syberg. Der Beschluss für den Radstreifen auf der Bochumer Straße sei aber nur ein erster Schritt. In dem nun aufzustellenden „Masterplan Mobilität“ sollen weitere Verbesserungen erreicht werden.

Kritik gab es dagegen von den Grünen: Der von der Stadt erarbeitete Kompromiss führe zwar zu Verbesserungen, sei aber „nichts Ganzes“, sagte Rolf Ahrens. Es sei versäumt worden, einen „echten“ Radfahrer als eigenständige Verkehrsanlage abzumarkieren. Die gestrichelte Linie des aktuellen Schutzstreifens dürfe von Autofahrern dagegen überfahren werden. Und: Die an einigen Stellen „gefühlt zweispurige“, weil bis zu 5,20 Meter breite Fahrbahn sorge für merkwürdige Überholmanöver, so der Grüne. „Diese Lösung bleibt weit hinter dem zurück, was möglich ist“.

Auch Piraten-AL und AfD stimmten gegen den Verwaltungsvorschlag. Für nur rund 150 000 Euro mehr hätte man eine bessere Lösung haben können, sagte Ingo Heidinger (Piraten-AL) unter Verweis auf eine von der Stadt vor drei Jahren in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie, in der mehrere erweiterte Varianten erarbeitet worden waren.